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Weinheim Beim Flohmarkt um den Rodensteiner Brunnen und beim Tag der offenen Höfe ist der Andrang zur Mittagszeit besonders groß

Stöbern in engen Gässchen und Höfen

Archivartikel

Kellerfunde, Kitsch und Kurioses gab es am Samstag beim Flohmarkt und dem Tag der offenen Höfe rund um den Rodensteiner Brunnen zu entdecken. Das Ereignis lockte wieder Tausende Besucher in das romantische Stadtviertel. Ein eisiger Wind wehte noch am frühen Morgen durch die Gässchen; viele der Standbetreiber hatten sich warm eingepackt und begrüßten in den ersten Stunden weniger Besucher als gewöhnlich. Doch zur Mittagszeit, als die Herbstsonne langsam hervorkam, herrschte zusehends mehr Betrieb.

Ein Rundgang: In der Lindenstraße stehen die Stände dicht an dicht, viele Menschen sehen sich die angebotenen Waren an. In besonders großer Auswahl gibt es Kinderkleidung und Spielzeug, aber auch Omas altes Porzellan, Bücher oder sogar antike Möbel werden verkauft. Auch Ungewöhnliches ist zu finden, wie ein altes Grammophon, das auf neue Besitzer wartet. „Ein warmer Tee wäre jetzt nicht schlecht“, ruft eine Standbetreiberin einer Bekannten zu, die sich ihren Weg durch die Menge bahnt. Über den Betrieb freut sich unter anderem Ingeborg Heiler: „Kindersachen kommen immer gut an“, sagt sie und hofft, dass sie in den nächsten Stunden einiges an Spielzeug und Co. an den Mann bringen wird.

In der Tannenstraße bietet sich ein ähnliches Bild: Auch hier ist der Besucherandrang groß. Besonders schön ist die Möglichkeit, einen Blick in die Höfe zu werfen, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Auch hier haben die Bewohner des Viertels ihre Stände aufgebaut oder versorgen die Flohmarkt-Besucher mit Speisen und Getränken. So wie beispielsweise David Möhrke und Nadine Römer, die in ihrem Hof selbst gemachten Kartoffelsalat nach Familienrezept mit Wiener Würsten verkaufen. Zur Mittagszeit legen hier viele Menschen eine Pause ein. „Das habt ihr wieder sehr gut gemacht – Kompliment“, ruft eine Dame den beiden zu.

Während sich die Besucher in den meisten Gässchen über die wärmenden Sonnenstrahlen freuen, weht in der Unteren Hauptstraße ein kühler Wind. Auch hier ist die Auswahl an Kleidung, Schmuck oder Dekorationsartikeln riesengroß. Viele Familien mit Kindern sind unterwegs, die sich nach dem einen oder anderem Schnäppchen umsehen. Es lohnt sich, nicht in Eile von Stand zu Stand zu gehen, sondern sich für das Stöbern Zeit zu lassen. Wer vom Feilschen genug hat, findet hier ein ganz besonders Plätzchen: Bei „Silke“ gibt es französische Spezialitäten. Coq au Vin mit einem Gläschen Crémant kann man in einem urigen Kellergewölbe genießen.

Weiter geht es in die romantische Domhofgasse, wo es etwas gemütlicher zugeht. Auf dem Weg Richtung „Erbsenbuckel“ gibt es an den Ständen noch mehr zu endecken. Selbst gebackener Kuchen wird verkauft, frische Waffeln und selbst gekochte Marmeladen oder Chutney wechseln den Besitzer. Am Abend verlagert sich das Geschehen in die Höfe, wo Nachbarn mit Besuchern beisammensitzen und feiern. ank