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Arbeitskampf Mehr als 60 000 Beschäftigte beteiligen sich an Ausstand / ver.di-Chef Bsirske droht mit weiteren Aktionen

Streik legt Flugverkehr lahm

Berlin.Massive Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben gestern Teile des deutschen Flugverkehrs zum Erliegen gebracht und den Alltag vieler Menschen behindert. Hunderte Flüge wurden annulliert. Auch der städtische Nahverkehr, Kitas, Kliniken, Verwaltungen und Hallenbäder waren vielerorts betroffen.

Insgesamt hätten sich mehr als 60 000 Beschäftigte in acht Bundesländern im Warnstreik befunden, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Heute gehen die Arbeitsniederlegung in zahlreichen Bundesländern weiter, Flughäfen sollen aber vorerst nicht mehr bestreikt werden. Wenn es nächste Woche keine Einigung in dem Tarifstreit gibt, will Verdi die Streiks massiv ausweiten. Der Flughafen Köln-Bonn stellte den Luftverkehr am Morgen stundenlang komplett ein, weil die Flughafenfeuerwehr die Arbeit niederlegte.

An den ebenfalls bestreikten Airports Frankfurt, München und Bremen wurden hunderte Flüge gestrichen. Reisende mussten sich den ganzen Tag über auf erhebliche Verspätungen einstellen.

Mit den Warnstreiks will ver.di kurz vor der dritten Tarifrunde für die Beschäftigten der Kommunen und des Bundes den Druck erhöhen. Die voraussichtliche Abschlussrunde startet am 15. April in Potsdam und soll Anfang bis Mitte der Woche dort enden. Erwartet wird als Verhandlungsführer des Bundes Innenminister Horst Seehofer (CSU). Der Bund und der kommunale Arbeitgeberverband VKA haben bislang kein Angebot vorgelegt. Flughäfen sind betroffen, weil hier auch nach Privatisierungen noch zahlreiche Kommunalbeschäftigte unter anderem beim Gepäck und bei Personenkontrollen arbeiten.

Sechs Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund dbb, der auch Angestellte vertritt, fordern für bundesweit rund 2,3 Millionen Beschäftigte sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske sagte: „Bislang blockieren und mauern die Arbeitgeber. Es gibt nach zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot. Diese Mauer wollen wir durchbrechen.“

Angesprochen auf gestrandete Fluggäste sagte Bsirske auf dem Flughafen Frankfurt: „Nicht schön, aber angesichts des Vorlaufs glaube ich, dass das hinzunehmen ist. Denn wenn diese Verhandlungen zu keinem vernünftigen Ergebnis führen nächste Woche, dann werden wir mit Eskalationen noch ganz anderen Ausmaßes rechnen müssen.“ Er setze aber darauf, dass nun Kompromissmöglichkeiten intensiv ausgelotet werden. dpa