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Subtile Botschaften aus Afrika

„Black Panther“: Der gefeierte Marvel-Superhelden-Film glänzt auf Blu-ray mit starken Extras

Selten wurde ein Superheldenfilm so gefeiert und mit Bedeutung aufgeladen wie der 18. Film des Marvel-Kinouniversums (MKU). Tatsächlich kann man „Black Panther“ (2018) in Zeiten von offenem Rassismus und Polizeigewalt gegen Afroamerikaner politische Sprengkraft nicht absprechen. Allein die Tatsache, dass sich die Handlung um das durch futuristische Technik verborgene afrikanische Königreich Wakanda dreht, ist auch heute noch ein fast revolutionärer Gedanke. Da hat sich seit 1966 leider wenig getan, als die Marvel-Genies Stan Lee und Zeichner Jack Kirby ihre neue Figur auf dem Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung mutig nach der militanten Black-Panther-Bewegung benannten.

Dazu kommt: Diese nach dem Vorbild afrikanischer Traditionen und Riten strukturierte Nation ist allen anderen dank einem Super-Rohstoff namens Vibranium allen anderen technologisch und finanziell weit überlegen. Auch vielsagend: Die früheren Sklavenhalter werden mit milder Abschätzigkeit nur „Kolonisatoren“ genannt.

Die Geschichte knüpft an „Captain America: Civil War“ (2016), in dem Wakandas König T’Chaka Opfer eines Anschlags wird. Nun rückt dessen Sohn T’Challa (Chadwick Boseman) auf den Thron und schlüpft dauerhaft in die Vibranium-Rüstung des „Schwarzen Panthers“ als oberster Beschützer seines Königreichs. Doch sein Vater hatte ein dunkles Familiengeheimnis, weshalb ihm sein in Amerika aufgewachsener, militärisch zum Killer hochtrainierter Cousin Killmonger die Herrschaft streitig macht.

Der Kern der Geschichte zeigt das Reifen des neuen, modernen Herrschers – was etwa so komplex abläuft wie Disneys „Der König der Löwen“. Trotzdem ist „Black Panther“ ein wichtiger Film, der neben Action, starken Frauenfiguren, absoluter Starbesetzung (u.a. Angela Bassett, Danai Gurira, Michonne aus „The Walking Dead“, Oscargewinner Forest Whitaker, „Hobbit“ Martin Freeman“ oder Gollum-Darsteller Andy Serkis) und Schauwerten im Subtext ins Unterbewusstsein der Zuschauer Zeichen für Gleichheit und Humanismus setzt. Etwa über Farbgebung der Kostüme und die spektakulären Schauplätze. Das wird im offenherzigen Audiokommentar von Produktionsdesignerin Hannah Beachler („Moonlight“) sowie dem erst 32-jährigen Regisseur und Drehbuchautor Ryan Coogler („Creed“) deutlich. Dazu kommen mehrere, wie immer bei Marvel trotz aller Kürze spannende Mini-Dokus, die „Black Panther“ in die Comicgeschichte und das MKU einzuordnen helfen. Von daher: ein rundes Heimkino-Paket. jpk