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Teenager-Romanze mit Superhelden

„Cloak & Dagger“: Die neue Marvel-Serie beim Streaming-Dienst Prime Video zielt auf ein junges Publikum

Mit der Kraft der Liebe ziehen Superhelden normalerweise nicht in den Kampf gegen das Böse. Die neue Marvel-Serie „Cloak & Dagger“ schlägt einen anderen Weg ein. Und das ganz bewusst. Anders als viele Superheldenserien weicht die Story von der üblichen Actionlastigkeit ab. Die Geschichte der Teenager Tandy Bowen (Olivia Holt) und Tyrone Johnson (Aubrey Joseph) ist als Superhelden-Liebesgeschichte angelegt. Sie richtet sich vor allem an ein jüngeres Publikum, das sich beispielsweise in einem „Twilight“-Universum oder den „Hunger Games“ kuschelwohl gefühlt hatte. Bei Amazons Video-Streaming-Service Prime Video ist die zehnteilige Serie zu sehen.

Die gängigen Superhelden lassen sich üblicherweise nicht allzu viel Zeit, bis sie sehr eindeutig demonstrieren, welche besonderen Kräfte sie auf dem Kasten haben. Bei der neuen Marvel-Serie „Cloak & Dagger“ hingegen wissen die Teenager Tandy und Tyrone noch nicht einmal, dass sie über außergewöhnliche Talente verfügen. Sie eint, dass beide Schreckliches in ihrer Kindheit erleben mussten.

Schlimme Kindheit

Durch ihre schlimmen Erfahrungen in der Kindheit führen die Heranwachsenden zunächst kein unbeschwertes Leben. Tyrone wirkt schnell aufbrausend, wenn er beispielsweise bei einem Basketballspiel einen Gegner verprügelt. Tandy hingegen greift immer wieder zu Pillen. Erst als sie sich zufällig das erste Mal begegnen und berühren, wird deutlich, dass beide mehr verbindet. In ihnen erwachen Superkräfte. Tandy kann Lichtdolche erzeugen, und Tyrone kann andere mithilfe eines Umhangs in eine Schattendimension bringen. Zudem ist er in der Lage, sich wie aus dem Nichts an einen anderen Ort zu „beamen“.

Die Serie hält sich trotz fulminanten Beginns mit einem bildgewaltig dargestellten Autounfall und einer Schießerei zunächst mit weiterer Action zurück. Der ausführende Produzent Joe Pokaski und die Comic-erfahrenen Jeph Loeb und Jim Chory verwenden viel Zeit darauf, in einem oftmals sehr dunkel dargestellten New Orleans ihren Hauptcharakteren immer wieder den richtigen Schliff zu verpassen.

Offensichtlich sollen diese nicht einfach nur von einem Abenteuer in das nächste gejagt werden. Eine eindeutige Mission der beiden gegen einen klar definierten Bösewicht könnte da nur ablenken. Wichtiger ist, wie sich ihre Beziehung entwickelt. Da zwischen Tyrone und Tandy die Emotionen knistern, benötigen sie zunächst ausreichend Glaubwürdigkeit. Ihnen auf ihrem Weg zu einem Liebespaar zu folgen, bleibt somit das Augenmerk. Mit der Idee einer Liebesgeschichte hebt die Marvel-Serie sich zunächst wohltuend aus einem oftmals hektisch überzeichneten Superhelden-Universum ab. tsch