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Tierisches Blumenkind

Archivartikel

„Ferdinand – Geht STIERisch ab!“: Beste Familienunterhaltung

Stiere sind in der Regel muskelbepackte Kraftpakete, die vor Aggression nur so strotzen. Doch Ferdinand (gesprochen von Daniel Aminati) ist anders. Der Stier liebt Blumen und hasst Gewalt. Schon als Jungbulle interessieren ihn die Rivalitäten der anderen Bullen nicht. Als sein Vater eines Tages nicht mehr von einem Stierkampf zurückkommt, nimmt Ferdinand von der Trainingsfarm, in der er lebt, Reißaus. Auf einem kleinen Bauernhof wird er von einem Mädchen, aufgenommen und hat endlich die Möglichkeit, den ganzen Tag ungestört mit ihr und ihrem Hund Paco die Natur zu genießen. Leider nicht für immer. Über eine Million Zuschauer fanden sich für „Ferdinand – Geht STIERisch ab!“ (2017), und das zu Recht: Beste Unterhaltung ist garantiert.

Ferdinand bleibt nicht ewig ein kleiner Bulle, sondern wächst zu einem erstaunlich großen Stier heran. Auch ausgewachsen ist er friedfertig und herzensgut. Als er aber von einer Biene gestochen wird, stürmt er durch das Dorf und zerstört aus Versehen alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Alle halten ihn fortan für gefährlich, und so wird er kurzerhand dazu verdonnert, in der Arena zu kämpfen. Wie kommt er nur aus dieser Nummer wieder heraus?

Schon in den „Ice Age“-Filmen, für deren Erfolg das Animationsstudio Blue Sky zuvor verantwortlich war, war der Humor herrlich albern, doch auch die leisen Töne wurden gekonnt getroffen. Das funktioniert auch bei „Ferdinand“. Denn die Geschichte rund um den sanften Riesen ist eine, die viele nachvollziehen können: Alle Welt möchte, dass man stark ist und macht, was andere von einem erwarten. Man selbst jedoch will einfach nur in Ruhe seiner Leidenschaft nachgehen. Wie Ferdinand. Schon das Kurzfilm-Original von 1938 aus dem Hause Disney bewies viel Charme und Herz und rückte dabei die bekannte Botschaft „Sei du selbst“ in den Fokus.

Spielerisch und liebevoll

In der langen, animierten Version geschieht das nun so spielerisch und liebevoll, dass man Ferdinand und auch die anderen Stiere schnell ins Herz schließt. Selbst eine etwas überdrehte Ziege (gesprochen von Bettina Zimmermann) und die deplatziert wirkenden Pferde (Mirjam Weichselbraun, Florian Danner und Simon Schwarz) von der Koppel nebenan, sind nicht zu nervtötend. Zumindest nicht für Kinder. tsch