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Weinheim Tausende Besucher beim verkaufsoffenen Sonntag in der Innenstadt / Stadt nimmt Stellung zu Provencemarkt

Tolle Atmosphäre in der City

Was war das wieder für ein wunderbarer Weinheimer Herbst – allerdings mit einem Schönheitsfehler. Beim verkaufsoffenen Sonntag luden die Innenstadtkaufleute und andere Händler in der Bahnhofstraße, der Hauptstraße und am Dürreplatz wie gewohnt zum Bummeln ein. Nur der Provencemarkt in der Mittleren Hauptstraße war kaum wieder zu erkennen. Anstatt der üppig bestückten Käse-, Wurst- und Olivenstände hatte die Stadt Cavaillon ein „schickes“ Weingut, das Lavendelmuseum und andere exklusive Anbieter nach Weinheim eingeladen. Das Angebot: hochwertig, aber auch dementsprechend teuer. Die Enttäuschung bei vielen Menschen war groß.

„Wie man sich vorstellen kann, waren wir mit dem Angebot natürlich auch nicht zufrieden, und wir bedauern es sehr, dass viele Menschen enttäuscht waren. Der Markt wurde seit jeher direkt von Cavaillon aus bestückt. In Cavaillon waren diesmal andere Akteure für die Ausrichtung des Marktes zuständig, die nun die Nachfrage völlig unterschätzt hatten. Die Besucher waren beim Angebot und bei der Aufmachung etwas anderes gewöhnt“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. „Noch vor Ort haben wir mit dem französischen Partnern besprochen, dass im nächsten Jahr das Angebot unbedingt wieder die Qualität und Quantität der Vorjahre haben muss. Das wurde uns zugesagt. Deshalb sind wir im Moment zuversichtlich, dass die Weinheim-Besucher im nächsten Jahr wieder die alten Urlaubsgefühle haben können“, heißt es abschließend.

Immerhin: Bahnhofstraße und Fußgängerzone warteten mit schönen Ständen auf, an denen es beispielsweise herbstliche Dekokränze, chinesische Figuren, Gewürze und „Packesel“-Taschen aus Fürth zu kaufen gab. Dort, wo früher Vestino Damenmode im Angebot hatte, hat Henning Seeger einen vorübergehenden „Wineheim“-Weinladen eingerichtet. „Wein ist meine Hobby und meine große Leidenschaft. Ich biete vor allem junge Winzer aus Deutschland an“, sagt Seeger. Rheinhessen, Rheingau, Pfalz und Mosel sind seine bevorzugten Gebiete. „Die Winzer kenne ich alle persönlich und war auch schon mit ihnen bei der Weinlese“, sagt der Weinheimer. Sein Laden ist bis 27. Oktober freitags und samstags geöffnet. Man kann dort nicht nur Wein kaufen, sondern auch an Weinproben teilnehmen.

Ein echter Renner am Sonntag waren allerdings die Glitzertattoos für Kinder vor dem Tätowierstudio „Crazy Skin Art“. Anfang Juli hat das Studio eröffnet, bei dem man durch die Schaufenster sogar ein bisschen beim Tätowieren zugucken kann. „Es läuft sehr gut und wir sind zufrieden mit dem Standort“, sagt Marina Helferich von „Crazy Skin Art“.

In der für den Verkehr gesperrten Bahnhofstraße bot Sport 65 Sportkleidung und Rucksäcke an, neben Hundedecken mit Magnetkraft und energiespendendem Schmuck zogen dort vor allem die knallpinken, stacheligen Riesenblüten vor „Silvias Floraldesign“ die Blicke auf sich.

Eine gemütliche, familiäre Atmosphäre herrschte wie immer am Dürreplatz. Die Bühne gehörte am Sonntag den Musikern „Flo & Chris“. Die beiden boten wieder lockere Unterhaltung, gepaart mit Songs, die jeder kennt. Shoppen, Bummeln, ein Glas Wein trinken oder Currywurst essen – der Weinheimer Herbst hielt bei bestem Wetter wieder fast alles, was er versprochen hatte.

Neu war in diesem Jahr auch die kleine Rad-Meile am Dürreplatz, Einrad-Show des AC Weinheim inklusive. Der Anlass dafür war die Preisverleihung der Umweltaktion „Stadtradeln“, die im Juni im gesamten Rhein-Neckar-Kreis stattgefunden hatte. vmr