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SV 98 Schwetzingen Auf den neuen Trainer Gernot Jüllich kommt noch einiges an Arbeit zu / Talent Dominik Mrosek fällt aus

Trotz Urlaubsmentalität herrscht Aufbruchstimmung beim SV 98

Beim SV 98 Schwetzingen ist in Sachen Zielsetzung vor der neuen Spielzeit in der Verbandsliga fast alles beim Alten, denn seinem Vorgänger steht Gernot Jüllich in Nichts nach. „Wir werden Rückschläge verkraften müssen“, ist sich der neue Trainer des SV 98 Schwetzingen sicher. Auch Michael Köpper, der das Amt zuvor bekleidete, sagte im Anpfiff-Sonderheft 2017/2018: „Es wird Nackenschläge geben.“ Einen Stimmungskiller gab es für den neuen Übungsleiter bereits im ersten Pflichtspiel. Da verloren die Spargelstädter mit 0:4 im Verbandspokal gegen den Ligakonkurrenten Heidelberg-Kirchheim.

Doch diesem Duell wird nicht allzu große Bedeutung beigemessen. Gernot Jüllich hält sich nicht mit der Vergangenheit auf. Stattdessen blickt der 65-Jährige in die Zukunft und da hat er genügend Arbeit vor sich, denn sein Engagement in Schwetzingen ist keine einfache Mission. Die Schwetzinger haben einen großen Umbruch zu verzeichnen: Unter anderem sind Leistungsträger wie Fabian Wild, Sören Ruder oder Fabian Feigenbutz gewechselt.

Deswegen wird Jüllich in der Vorbereitung zum Baumeister, Improvisator und Psychologen – und das alles in Personalunion. Sein Problem: „Von den zwölf gestandenen Spielern sind immer wieder Akteure im Urlaub. Da ist es doch klar, dass ich gerne mehr Zeit hätte.“ Urlaub – ein Wort das Jüllich auf die Palme bringt: „Wir müssen diese Urlaubsmentalität, die sich hier eingeschlichen hat, durchbrechen. Es frustriert mich. Fußball ist ein Mannschaftssport und wenn ich etwas bewegen soll, dann brauche ich dafür jeden einzelnen Spieler.“

Matteo Dorn ist so ein Mann, der lange Zeit verletzt war, sich dann einen Virus eingefangen hat und jetzt erst einmal im Urlaub sein wird. Er fehlt im Abwehrzentrum. Jonas Can kam aus der Türkei mit Verletzung zurück. Kapitän Michael Kettenmann wird erst einen Tag vor dem Saisonauftakt in Schwetzingen aufschlagen, ist aber dennoch gesetzt. Die Traumvorstellung eines jeden Trainers sieht anders aus, trotzdem ist der Coach optimistisch: „Die Jungs, die da sind, können Druck auf die Etablierten ausüben. Sie haben Talent und in den Vorbereitungswochen schon große Fortschritte gemacht.“ Das reicht ihm aber noch nicht: „Damit wir unsere Ziele erreichen, wäre es gut, wenn wir noch einen Spieler verpflichten könnten“, äußert der Fußball-Lehrer seinen Wunsch.

Thomas Can ist Verstärkung

Einen Mittelfeldspieler, der dem SV 98 Stabilität verleihen soll, hat Jüllich in Thomas Can gefunden. „Ein toller Fußballer, der uns weiterhelfen wird.“ Jetzt fehlt nur noch ein Verteidiger, der Dorn in den ersten Wochen vertreten kann. „Wir befinden uns in Gesprächen“, möchte der Coach keine Wasserstandsmeldungen abgeben. Es sei ohnehin „ein Kraftakt“ gewesen, „Spieler ohne großes Geld nach Schwetzingen zu locken“. Die Gründe dafür kennt Jüllich: „Im Grunde spielt Schwetzingen seit Jahren gegen den Abstieg und darauf hat keiner Bock.“ Deswegen möchte er von diesem Image weg – und zwar so schnell wie möglich. Helfen sollen dabei Nelson Nsowah und Patrick Berecko. Von ihnen erhofft sich Jüllich eine Menge. Außerdem traute er Dominik Mrosek den Sprung zu. Doch das Nachwuchstalent verletzte sich im Training erneut am Knie. „Ich habe die Aktion genau gesehen. Das tut mir für den Jungen unheimlich leid“, fühlt Jüllich mit dem Sohn des Abteilungsleiters.

Eine weitere Neuerung: Schwetzingen nimmt zum ersten Mal seit Jahren ohne zweite Mannschaft am Spielbetrieb teil. „Eine Reserve ist gut, solange sie auf einem vernünftigen Level spielt und keine Stammtisch-Truppe ist. Und wenn sogar Spiele abgesagt werden müssen, muss man dazu nicht mehr sagen“, wird Jüllich, der gerne die Fäden in der Hand hält, aber gleichzeitig Freund der Spieler sein möchte, deutlich. Aber Jüllich ist nicht nur ein Freund seiner Spieler, sondern auch des Sports. Der Trainerfuchs kennt das Geschäft und ist vorsichtig optimistisch: „Wenn wir zum Auftakt nicht zu viel Federn lassen, dann können wir oben anklopfen.“ Ambitioniert – aber genau das passt zu Gernot Jüllich und dem SV 98 Schwetzingen.

So könnten sie spielen: Ullrich; Kettenmann, Berecko, Scalia, J. Hofmann, T. Can, Dirks, J. Can Hocker, Babari, Nsowah.

Unser Tipp: Wenn alle Leistungsträger fit sind und die Talente zu den erhofften Puzzleteilen werden, dann schafft es Schwetzingen ins gesicherte Mittelfeld.