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Weinheim Cantus Vivus führt in Kooperation mit Ökumenischer Hospizhilfe im November zweimal „Ein deutsches Requiem“ von Brahms auf

Und über allem Schweren steht der Trost

Auf der einen Seite Sterbebegleitung und Trauerarbeit, auf der anderen das tröstliche Totengedenken, das Johannes Brahms in seinem Werk „Ein deutsches Requiem“ musikalisch ausdrückt: Beides passt zusammen. So kam es zur Kooperation des Konzertchors Cantus Vivus und der Ökumenischen Hospizhilfe Weinheim-Neckar-Bergstraße. Das Ergebnis sind zwei Aufführungen des Requiems für Sopran- und Bariton-Solo, Chor und Orchester am Samstag, 17. November, um 18 Uhr in der St.-Laurentius-Kirche Weinheim und am Sonntag, 18. November, um 19 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche Schriesheim. Mitwirken werden die Kurpfalzphilharmonie, Sopranistin Eva-Maria Hofheinz und Bariton Michael Roman.

Ende Oktober wird der Gesamtleiter der Aufführung, Wolfram Schmidt, bei einem Chorwochenende die Endphase der monatelangen Probenarbeit einläuten. Bei einem Pressegespräch in der Hospizhilfe saßen mit Brigitte Hofer und Reinhard Staudenmeyer auch zwei Aktive am Tisch, die schon bei der letzten Aufführung des Brahms-Requiems durch den Chor vor 19 Jahren dabeigewesen waren. Brigitte Hofer knüpfte für das große musikalische Ereignis sogar erfolgreich einen Kontakt zu dem professionellen Sprecher Klaus Nagorni. Der Radiomitarbeiter von SWR2 wird zwischen den sieben Sätzen des Oratoriums kurze weltliche und geistliche Texte rezitieren.

Passende Texte als Überleitung

„Es sind Texte darunter, auf die auch unsere Begleiter zurückgreifen“, erklärt Monika Leistikow von der Einsatzleitung. Die ausgesuchten Übergangstexte hält Hospizhilfe-Vorsitzender Pierre Gerodez noch aus einem anderen Grunde für sinnvoll und bereichernd: „Sie verschaffen den Zuhörern nach dem vorhergehenden Satz des Requiems eine Atempause, so dass sie sich wieder besser auf den folgenden konzentrieren können.“

Der Konzertchor Cantus Vivus wird beim Requiem mit nahezu 80 Sängerinnen und Sängern auftreten und hatte schon in vorangegangenen Jahren mit ambitionierten Projekten beeindruckt sowie mit der 1987 gegründeten Kurpfalzphilharmonie erfolgreich zusammengearbeitet. Erinnern werden sich manche beispielsweise an Bachs Weihnachtsoratorium, Mozarts Requiem oder Mendelssohns „Elias“, um nur einige zu nennen.

Die nun mitwirkende Sopranistin Eva-Maria Hofheinz studierte an der Mannheimer Musikhochschule bei Professorin Katharina Dau Gesang. 2001 erhielt sie beim Anneliese-Rothenberger-Wettbewerb auf der Mainau einen Preis. Das Brahms-Requiem gehört zu ihrem festen Repertoire. Der deutsch-österreichische Bariton Michael Roman studierte ebenfalls in Mannheim und in Dresden Gesang. Sein besonderes Interesse gilt dem deutschen romantischen Liedgesang. Johannes Brahms war über ein Jahrzehnt mit der Komposition seines deutschen Requiems beschäftigt. In dieser Zeit starben seine Mutter und sein Freund Robert SchumannUraufgeführt wurde es 1868 im Bremer Dom. In jenem Jahr komponierte er noch einen weiteren Satz „in Gedanken an die Mutter“ hinzu. Das dann vervollständigte Werk wurde 1869 im Leipziger Gewandhaus uraufgeführt.

Brahms bringt musikalisch zum Ausdruck, dass für ihn der Tod dem Menschen einen tröstlichen Schlaf beschert. So liegt über allem Schweren der Trost.

Dem deutschen Requiem wird bei beiden Aufführungen in Weinheim und Schriesheim Brahms’ „Schicksalslied“ nach Friedrich Hölderlin für Chor und Orchester vorangestellt – sozusagen ein zwölfminütiges thematisch passendes Stück, das Cantus Vivus voll auf „Betriebstemperatur“ bringen wird.

Kartenvorverkauf ab 20. Oktober in der Buchhandlung Beltz im Atrium Weinheim, beim Musikhaus Metz in der Grundelbachstraße in Weinheim oder in Utes Bücherstube in Schriesheim. dra