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Urlaubszeit: Vor Einbrechern schützen

Sicherheit: Kriminaloberrat Harald Schmidt von der Polizeilichen Kriminalprävention gibt im Interview Tipps

Im Grunde lautet der beste Einbruchschutz: einfach immer zu Hause sein. Aber das geht nun mal nicht, vor allem will man ja auch mal Urlaub machen. Und dann? Kriminaloberrat Harald Schmidt von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes gibt im Interview Tipps.

Woran erkennen Einbrecher, dass mein Haus ein guter Ort für den Einbruch ist?

Harald Schmidt: Es gibt ganz große Fehler, die Sie machen können – nämlich kein sicherheitsbewusstes Verhalten an den Tag zu legen. Wenn man etwa Hinweise auf Abwesenheit gibt wie überquellende Briefkästen oder die tagsüber verschlossenen Rollläden. Das sind letztlich alles Signale und Einladungen. Auch eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter oder in den sozialen Netzwerken, dass man im Urlaub ist, zählt dazu. Oder der Abwesenheitsassistenz des E-Mail-Programms und das Kofferschild. Bei Letzterem gilt der Tipp, dass man die Adresse verdeckt am Gepäckstück anbringen sollte, so dass Umstehende am Flughafen nicht lesen können: Der Harald Schmidt ist im Urlaub.

Viele sagen sich: „Ich habe doch nichts besonders Wertvolles.“ Gibt es Menschen, die besonders für Einbrüche gefährdet sind?

Schmidt: Das ist der größte Irrtum, dem die Menschen unterliegen. Denn es kann bei jedem was abhanden kommen – und zwar ihr Sicherheitsgefühl. Untersuchungen haben ergeben, dass fast jedes vierte Opfer eines Wohnungseinbruchs sich anschließend mit dem Gedanken eines Umzugs trägt, weil das Unwohlsein-Gefühl so groß geworden ist. Aber die wenigsten können sich das finanziell leisten. Und sie müssen bedenken: Es werden häufig auch Erinnerungen gestohlen, die von einer Versicherung nicht ersetzbar sind, weil sie einen emotionalen Wert haben. So etwas ist unwiederbringbar weg.

Wenn ich keine Zeit vor der Abreise oder kein Geld für große Nachrüstungen habe, wie kann ich mich auf die Schnelle etwas besser schützen?

Schmidt: Zunächst gilt es, eben keine Hinweise auf Abwesenheit zu geben. Man kann Nachbarn bitten, den Briefkasten zu leeren, die Rollläden abends zu schließen und morgens zu öffnen. Wer dafür niemanden hat, kann eine Anwesenheitssimulation mit einer Zeitschaltuhr einrichten. Sie schaltet etwa in regelmäßigen Abständen das Licht an und aus. Damit der Briefkasten während Ihres Urlaubs nicht überquillt, können Sie auch einen Lagerservice beauftragen. Das sind kurzzeitig realisierbare Maßnahmen.

Stimmt es denn eigentlich, dass Einbrecher vor allem die Ferienzeit ausnutzen?

Schmidt: Diesen Zusammenhang können wir nicht herstellen. Entgegen der landläufigen Meinung erfolgen Einbrüche häufig zur Tageszeit, zum Beispiel während einer kurzen Abwesenheit des Bewohners, so etwa zur Schul-, Arbeits- und Einkaufszeit, am frühen Abend oder an den Wochenenden. Wir raten Ihnen daher unabhängig von der Fahrt in den Urlaub zur richtigen Sicherung Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses. Sie können sich über die Webseite www.k-einbruch.de der Polizei informieren, dort bekommen Sie produktneutrale Informationen. Darüber hinaus gibt es die kostenlosen kriminalpolizeilichen Beratungsstellen. dpa