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Im Test Citroën hat den Mini-SUV Cactus gründlich überarbeitet / Munterer, sehr sparsamer Diesel

Wenig Stachel, dafür viel Charme

Archivartikel

Köln.Der Begriff Hingucker sollte ja nicht überstrapaziert werden. Dennoch erweist sich so manches Fahrzeugmodell als solcher. Der Citroën C4 Cactus ist beispielsweise so ein Exemplar. Auch wenn er in seiner zweiten Auflage deutlich gefälliger – Kritiker würden angepasster sagen – geworden ist, empfängt die Front den Fahrer mit einem breiten Grinsen. Die markanten „Airbumps“, die Kunststoffverblendung an den Türen, um Rempler abzuschirmen, sind dramatisch geschrumpft und haben sich in den unteren Bereich der Türen verzogen. Hat der Cactus zuviel Charme gegenüber seinem Vorgänger eingebüßt?

Off-Road-Akzente wie die Beplankungen an Stoßfängern und rund um die Radkästen zeigen, dass auch der neue Cactus anders sein will. Dabei liegt Vieles, was ihn besser macht, in seinen inneren Werten. So hat er ein neues Komfortfahrwerk, das – je nach Fahrbahnprofil – mittels Hydraulik die Dämpferhärte anpasst. Die Folge: Der Cactus schwingt bei langen Bodenwellen lässig nach, auch Querfugen werden geschmeidig glattgebügelt. Dazu passen die aus einem neuartigen Kunststoff geschäumten Sitze, die sich dem Körper anpassen sollen. Und das tun sie: Sie saugen die Passagiere förmlich auf, sind aber sehr weich, und es stellt sich die Frage, was der Rücken auf extrem langen Strecken dazu sagen würde.

Die Lenkung des Cactus präsentiert sich sehr leichtgängig. Gepaart mit dem defensiven Fahrwerk des Citroën rücken Ambitionen, Kurvenrekorde aufzustellen, eher in den Hintergrund. Zudem trifft eine ordentliche Seitenneigung in der flott genommen Kehre auf ein Nachwanken. Da geht der Fuß schon fast automatisch vom Gas.

Was er wegen des Motors nicht machen müsste. Der 99-PS-Diesel erweist sich als munter und den rund 1,1 Tonnen an Fahrzeuggewicht durchaus gewachsen. Zwischenspurts auf der Autobahn schüttelt der 1,5-Liter-Vierzylinder aus der Hüfte. Dabei zeigt er sich sparsam. Knapp über vier Liter im Testbetrieb sind ein ausgezeichneter Wert. Und das, obwohl sich der Cactus als Diesel mit einem Fünf-Gang-Getriebe begnügen muss, das sich passgenau bedienen lässt.

Aufgeräumte Mittelkonsole

Zwei Displays dominieren das Armaturenbrett. Das kleinere hinter dem Lenkrad informiert den Fahrer über Geschwindigkeit, Spritstand und Drehzahlen. Das größere, mittig im Armaturenbrett angebracht, ist Anzeige- und Bedienelement für diverse Fahrzeugfunktionen. Unter anderem lässt sich darüber die Klimaanlage oder das Navigationssystem steuern. In der Folge wirkt die Mittelkonsole aufgeräumt, weil nur vereinzelt Knöpfe das Gesamtbild stören. Der C4 Cactus bietet ordentlich Möglichkeiten, Krimskrams mit auf die Fahrt zu nehmen. Statt eines nach unten aufklappendes Handschuhfachs öffnet sich der Deckel nach oben. Pfiffig ist der Boden aus rutschfesten Material, der verhindert, dass der Inhalt des Faches in jeder Kurve herumfliegt. Die Ablagen in den Türen schlucken 1,5-Liter-Flaschen, während der Kofferraum durchaus für den ambitionierten Wochenendeinkauf reicht.

Wer will, kann den Citroën mit einem ganzen Paket an Assistenzsystemen versehen. Wie bei den Großen lassen sich Abstandstempomat, Verkehrsschild-Erkennung, Spurhalte-Assistent, Totwinkel- und Müdigkeitswarner hineinpacken. Und wer sich beim Parken helfen lassen möchte, kann dies ebenfalls an einen elektronischen Helfer abgeben.

Der Citroën C4 Cactus kostet mindestens 17 490 Euro. Dafür gibt es einen 110-PS-Benziner in der Basisausstattung. Die Variante „Shine“ (ab 21 290 Euro) lässt in Sachen Ausstattung kaum einen Wunsch offen. Der Cactus ist anders als andere – mit viel Charme.

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