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Weinheim Deutsche Bäckerakademie feiert 80. Geburtstag mit dem Film „Laible und Frisch“

Wenn das Kino zur Backstube wird

Es ist ein optischer Höhepunk, der schon beinah gefährlich wirkt: das Sepia-Brot. Seine raue Oberfläche ist von der Tinte des Tintenfischs tiefschwarz gefärbt. Aus den kleinen Mulden entlang seiner rauen Oberflächen sticht das dunkle Rot der darin eingelassenen Cranberries hervor – wie kleine Farbtupfer. Schmeckt die Kreation auch genauso abenteuerlich, wie sie aussieht? „Die Sepia-Tinte dient nur der Färbung und ist geschmacklos“, erklärt Bäckerei-Meisterschüler Christian. Man könne es sowohl mit süßem als auch deftigem Belag essen. „Am allerbesten ist es mit Käse“, rät Christian.

Zusammen mit Dominika, Bruce und Luisa – den anderen Meisterschülern der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Weinheim – steht Christian hinter dem Tisch mit den Brotspezialitäten, der im Foyer des Weinheimer Kinos „Modernes Theater“ den unverkennbaren Geruch nach frischem Brot verströmt.

Brotbacken ist eine Kunst – an der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Weinheim wird sie seit 80 Jahren gelehrt. Bernd Kütscher, der dort seit zwölf Jahren Direktor ist, hat einen anstrengenden Tag hinter sich: 104 Teilnehmer bei sieben verschiedenen Veranstaltungen, hinzu kommt noch ein Besuch von Gutachtern, um die Bildungseinrichtung im Hinblick auf Expansion und Modernisierung zu prüfen. Denn: „Innerhalb der letzten Jahre konnten wir einen rasanten und dynamischen Anstieg verzeichnen“, lautet Kütschers positive Einschätzung hinsichtlich der Entwicklung der Akademie.

Auch der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks vermerkt einen Jahresumsatz von 14,3 Milliarden Euro im Jahr 2016 – die Zahl der Handwerksbäckereien sank in den letzten 60 Jahren jedoch um rund 47 000 Verkaufsstellen. Dass kleinere Handwerksbäckereien in der Region und auch deutschlandweit schließen müssen – unter anderem wegen fehlendem Nachfolgermangel – sei mit der veränderten Marktsituation zu erklären, so Kütscher: „Und letztendlich entscheidet immer der Kunde.“

Diese Problematik wird auch in dem schwäbischen Film „Laible und Frisch – Do goht dr Doig“ thematisiert, der an diesem Abend im „Modernen“ gezeigt wird: Bäckermeister Walter Laible (Winfried Wagner) muss seine Traditionsbäckerei wegen Schulden aufgeben und sie in die Hände von Industriebäcker Manfred Frisch (Simon Licht) geben – bis auch dieser um sein Familienunternehmen kämpfen muss. Frisch schmiedet einen Plan, um sie zurückzugewinnen. Doch dafür müssen sich Laible und Frisch zusammenraufen.

Der Film „Laible und Frisch – Do goht dr Doig“ wird ab Donnerstag, 19. April eine Woche lang jeden Tag um 15.45 Uhr im „Modernen“ gezeigt. Weitere Veranstaltungen: „40 Jahre Saturday-Night-Fever-Party“ am Freitag, 13. April. Filmbeginn ist um 20.45 Uhr, anschließend steigt ab 23 Uhr die Party mit Live-Musik und DJ. Karten können im Kino reserviert werden. lim