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Ludwigshafen Wegen des Ausbaus der Linie 10 rechnen Anwohner mit starken Belastungen durch Parkplatzschwund und Busverkehr

„Werden Schlachten erleben“

„Die Hütte ist voll“, freute sich Ortsvorsteher Günther Henkel (SPD) über einen voll besetzten Gemeindesaal der Pauluskirche. Zu hören gab es Details zum bevorstehenden Ausbaubeginn der Linie 10 (wir berichteten). Demnach wird der eigentlich zweite Bauabschnitt nördlich der Sternstraße aus baurechtlichen Gründen vorgezogen.

Los geht es im zweiten Quartal 2019 mit Leitungsarbeiten von WBL und TWL. Dann folgen die Gleise mit lärmminderndem Asphalt als Straßendecke. Federführend ist die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV), die die Arbeiten nicht nur koordiniert, sondern auch einen Baustellenbeauftragten stellt. Für Anwohner und Betriebe soll er ein leicht erreichbarer Ansprechpartner sein. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht“, betonte Bauleiter Frank Dommasch. Um die Belastungen möglichst gering zu halten, wird die gut 900 Meter lange Baustrecke in sieben Abschnitte unterteilt.

So wird ab April 2019 die Wasserleitung der Carl-Bosch-Straße zwischen Stern- und Hagelochstraße erneuert. Im Februar 2020 geht es dann in der Kreuzstraße zwischen Luitpold- und Hagellochstraße weiter. Der eigentliche Bau der Verkehrsanlagen beginnt erst Sommer 2021. Während der gesamten Bauzeit wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen ab dem Ebertpark eingerichtet.

„Das ist alles wunderbar und klasse, aber es werden viele Parkplätze wegfallen“, meinte eine Anwohnerin. „Wir werden Schlachten erleben, wenn jetzt auch noch Busse fahren.“ Warum werde in dieser Zeit nicht einfach die alte Strecke an der BASF vorbei wieder aktiviert, regte sie an.

Viele Friesenheimer würden ohnehin eher mit der Linie 7 fahren, weil es ihnen mit der 10 zu lange dauert. „Die Linie 10 ist für viele Quartiere zu weit entfernt“, antwortete Baudezernent Klaus Dillinger (CDU). Es werde enger während der Bauzeit, hinterher entspanne sich das aber wieder.

Beiträge sollen nicht steigen

Behelfsparkplätze auf einem verwilderten Grundstück in der Kreuzstraße sind auch nicht möglich, denn dort sollen die Baucontainer untergebracht werden. Gefragt wurde auch nach den Ausbaubeiträgen und damit nach der finanziellen Beteiligung der Anlieger. Das, so Dillinger, seien wiederkehrende Beiträge, die stadtteilweise erhoben werden – ein Gemeinschaftstopf, aus dem heraus etwa die Gehwege finanziert werden müssen, aber nicht die Gleise. Die Beiträge werden dementsprechend auch nicht steigen, betonte Henkel. Wie es mit den Zufahrten zur Hauseinfahrt oder der Leerungen der Mülltonnen aussehe, wollte ein anderer Anwohner wissen. Klar ist, dass es Einschränkungen geben wird, da wo Baufelder gerade offen sind, so Dommasch. „Man kann immer mit uns reden“, sagte er. Immerhin müssten auch Rettungswege frei gehalten werden. Ortsbeirat Christian Schreider (SPD) erinnerte daran, dass die Arbeiten an der Linie 10 zeitlich mit dem Hochstraßen-Abriss kollidieren. Wie wolle man da den Nahverkehr attraktiv gestalten? Hier kam Dommasch etwas ins Straucheln: „Wir haben die Auswirkungen des Hochstraßen-Abrisses nicht in der Tiefe betrachtet“, so der Bauleiter. Klaus Dillinger erinnerte aber an das umfangreiche Verkehrskonzept mit zusätzlichen Linien und Verkehren. „Wir können guten Gewissens sagen, dass wir parallel bauen können“, so der Baudezernent.

Eine Baustelle, auf der seit Wochen kein Arbeiter zu sehen ist, hat ein Optiker in der Hohenzollernstraße, Nähe Hallenbad Nord, ausgemacht. „Viele Arbeiten werden in Stollen unterirdisch durchgeführt“, erklärte ein Mitarbeiter der Stadtentwässerung. Da sei eben oben selten jemand zu sehen, es gehe aber voran. Bei der Ausschreibung werde man darauf achten, möglichst verlässliche, kompetente Firmen und langjährige Partner ins Boot zu holen, sagte Dillinger. hbg