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Im Test Der Cadillac ATS-V überzeugt mit beeindruckenden Fahrwerten

Wie ein Brett auf der Straße

Archivartikel

frankfurt.Amerikanische Autos haben hierzulande einen relativ schweren Stand. Man wirft den Erzeugnissen der US-Hersteller schlechte Verarbeitung und ein unausgereiftes Fahrwerk vor. Oftmals ist die Rede von einem schwammigen Fahrgefühl. Es geht aber auch anders, zumindest bei den neuesten Modellen von Cadillac.

Seit 1902 produziert die Firma, die zu General Motors gehört, Modelle des Premiumsegments. In den letzten Jahren haben die Amerikaner ihre europäische Modellpalette mit fortschrittlicher Technik aufgerüstet und für den europäischen Markt konkurrenzfähig gemacht. Dies hat ein Test des luxuriösen Flaggschiffs CT6, der in dieser Zeitung vor zwei Wochen publiziert wurde, ergeben. Und dies bestätigen auch die Testfahrten mit der Mittelklasse-Luxuslimousine ATS-V.

Hinter dem V verbirgt sich dabei die besonders leistungsstarke Fraktion der Amerikaner. In den ATS-V haben die Ingenieure einen Motor mit Twin-Turbolader verbaut, der satte 470 PS leistet und ein Drehmoment von 603 Nm entwickelt. Damit schießt der amerikanische Kraftbolzen in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 304 km/h. Das ist mal eine Ansage in Richtung Stuttgart und München. Denn die ebenso stark motorisierten Modelle Mercedes-AMG C 63 und BMW M3 regeln bei der Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ab. Was ja eigentlich vernünftiger ist. Aber wer fragt schon nach Vernunft bei diesen Fahrzeugen? Für die Kraftübertragung sorgt beim Cadillac eine Acht-Stufen-Automatik, die reaktionsschnell und ruckfrei arbeitet. Mit Paddeln am Lenkrad kann der Fahrer auf den Schaltvorgang Einfluss nehmen.

Bei so viel Leistung überrascht doch, dass sich der amerikanische Kraftmeier akustisch zurücknimmt. Während vergleichbare Modelle ihre Leistung hinaustrompeten, bleibt der Cadillac relativ diskret. Dabei macht es auch kaum Unterschied, ob der Fahrer den Modus Touring, Sport oder Rennstrecke gewählt hat. Genuss gibt es im Cadillac aber auch ohne phonstarke Motorgengeräusche. Mit dem straffen, aber nicht zu harten Fahrwerk liegt der ATS-V wie ein Brett auf der Straße. Kurvenfahrten machen ganz besonderen Spaß, zumal ein serienmäßiges elektronisches Sperrdifferential für Traktion sorgt. Für die nötige Verzögerung sorgen Hochleistungsbremsen. Die Ausstattung mit Assistenzsystemen ist absolut auf der Höhe der Zeit.

Sehr gute Verarbeitung

Der Fahrer und sein Beifahrer erleben die Fahrt in Sportsitzen mit reichlich Seitenhalt. Im Fond der Limousine ist genügend Platz für drei weitere Personen. Beim Einstieg sollte man allerdings den Kopf etwas einziehen, ansonsten macht man Bekanntschaft mit dem Dachholm. Der Innenraum gibt sich sportlich funktional. Die hochwertigen Materialien sind bestens verarbeitet.

Das Werk gibt den durchschnittlichen Verbrauch mit 11,6 Litern pro 100 Kilometer an. In der Praxis haben wir den Wert nur um 0,5 Liter übertroffen. Der Cadillac ATS-V kostet als Limousine 69 900 Euro, für das Coupé werden 72 500 Euro verlangt.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/auto

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