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Gesundheit

Zu wenige Menschen lassen sich impfen

Bergstraße.Die jüngste Grippesaison war im Kreis Bergstraße rekordverdächtig: Von Oktober bis Ende April wurden 760 Influenza-Infektionen gemeldet. 2016/17 waren es deutlich weniger, nämlich 260. Das berichtet die IKK classic in Hessen, die aktuelle Daten des Robert-Koch-Instituts ausgewertet hat. In ganz Hessen wurden rund 15 000 Infektionen registriert – dreimal so viele wie in der Saison 2016/17.

Die Gründe für den Anstieg sind vielfältig. So sinkt etwa seit Jahren die Impfquote bei älteren Menschen, auch war diesmal der Impfstoff nicht so wirksam wie erhofft. Die Weltgesundheitsorganisation legt die Zusammensetzung des Influenzaimpfstoffes für die im Herbst beginnende Grippesaison bereits zu Beginn eines Jahres fest. Da sich Viren mit der Zeit verändern, schützt der Impfstoff aber nicht zu 100 Prozent vor einer Erkrankung. „Dennoch kann eine Impfung viele Erkrankungsfälle und schwere Verläufe verhindern. Sie wird besonders Risikopatienten empfohlen“, sagt Sven Keiner von der IKK classic. Zu den Risikopatienten zählen Menschen über 60, Schwangere, medizinisches Personal und Personen mit chronischen Erkrankungen.

Für sie übernehmen die Krankenkassen die Impfkosten. Im vergangenen Winter starben in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts mehr als 1500 Menschen an der Grippe. 87 Prozent davon waren 60 Jahre oder älter. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten berichtet, dass in Europa an keiner anderen Infektionskrankheit so viele Menschen sterben wie am Influenza-Virus. red