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Gefährliche Flucht vor Großkontrolle der Polizei

Archivartikel

Hockenheim/Speyer/Sinsheim.Bei einer Großkontrolle in der Nacht von Samstag auf Sonntag hat die Polizei auf dem Rastplatz "Wilhelmswiesen" an der A 61, zwischen der Anschlussstelle Hockenheim/Speyer und dem Autobahndreieck Hockenheim, 255 Personen und 125 Fahrzeuge überprüft. Wie die Beamten mitteilen, leiteten sie 39 Ermittlungsverfahren ein. 

Gegen 23 Uhr durchbrach der Fahrer eines hochmotorisierten VW Golf außerdem die Sperrstelle an der Parkplatzzufahrt. Er flüchtete weiter über die Autobahn und über die A 6 in Richtung Heilbronn. Ein Wagen mit Zivilfahndern des Verkehrskommissariats Walldorf folgte dem Auto, in dem zwei Personen saßen. Nach Angaben der Polizei flüchtete der Fahrer mit Geschwindigkeiten von bis zu 260 Stundenkilometern. Unterwegs flogen mehrere "Päckchen" aus dem Seitenfenster des VW. An der Anschlussstelle Sinsheim fuhr der Wagen von der Autobahn ab. Am Ortseingang Sinsheim überfuhr er dann mit hoher Geschwindigkeit rote Ampeln - weswegen die Polizei die Verfolgung abbrach. "Die Sinsheimer Innenstadt war um kurz nach 23 Uhr noch sehr belebt", schreibt die Polizei. Wenn der Wagen weiter verfolgt worden wäre, wären möglicherweise Unbeteiligte enorm in Gefahr geraten, heißt es weiter. Der Fahrer und sein Beifahrer konnten unerkannt entkommen, die Ermittlungen laufen. 

Bei 17 der eingeleiteten Verfahren geht es um den Verdacht, gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen zu haben. Die Einsatzkräfte beschlagnahmten Drogen im zweistelligen Grammbereich, hauptsächlich Cannabis. Sieben Personen, die am Steuer saßen,  hatten getrunken oder Drogen genommen. Wegen des Verdachts des Diebstahls wird gegen zwei Personen ermittelt: Bei ihnen stellte die Polizei 20 Markenbekleidungsartikel sicher.  Weitere Ermittlungsverfahren laufen etwa wegen Verstößen gegen das Waffengesetz, gegen das Tabaksteuergesetz und Verdachts der Urkundenfälschung. Insgesamt wurden Kautionen von weit über 2000 Euro erhoben.

Mit einem sogenannten Geschwindigkeitstrichter - über das Herunterregeln der zulässigen Höchstgeschwindigkeit  - hatten die Einsatzkräfte den Kontrollpunkt eingerichtet. Die zweispurige Autobahn wurde auf eine Spur verengt. Durch Vorkontrollen filterten die Beamten verdächtige Fahrzeuge und Personen heraus, die dann an der Sperrstelle am Autobahnparkplatz ausgeleitet worden sind.

Im Zusammenhang mit dem flüchtenden VW Golf suchen die Ermittler Zeugen, denen das Fahrzeug aufgefallen ist. Hinweise nehmen das Verkehrskommissariat Walldorf unter der Rufnummer 06227/35826-0, das Polizeirevier Sinsheim unter der Nummer 07261/690-0 sowie jede andere Polizeidienstelle entgegen.

Die Autobahnen A 61, A 6 und A 5 sind den Angaben nach Hauptverkehrsrouten grenz- und länderübergreifender Kriminalität. Sie werden insbesondere von Drogenkurieren genutzt, die ihre Ware in die südlichen Bundesländer oder in die Schweiz bringen.

Rund 70 Beamte waren am Einsatz beteiligt: Neben dem Verkehrskommissariat Walldorf, dem Einsatzzug Heidelberg, der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg, den Polizeirevieren Wiesloch, Ladenburg, Mannheim-Neckarau und Mannheim-Innenstadt waren auch Kollegen des Hauptzollamts Karlsruhe mit zwei Drogenspürhunden dabei, außerdem Beamte des Polizeipräsidiums Stuttgart und der Polizeipräsidien Südhessen und Rheinpfalz. 15 Aktive des Technischen Hilfswerks (THW) Wiesloch/Walldorf unterstützten den Einsatz logistisch und technisch, sie leuchteten etwa den Rastplatz aus. (akj/pol)