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Eifersucht und Wut?

Gipserbeil-Prozess: Angeklagter räumt Vorwürfe ein

Heidelberg.Am zweiten Tag des Prozesses um einen Angriff mit einem Gipserbeil hat der 19-jährige Angeklagte die Vorwürfe eingeräumt. Am 23. August 2018 hat der damals 18-Jährige versucht, einen Gleichaltrigen mit einem 750 Gramm schweren Gipserbeil gegen den Kopf zu schlagen. Laut einer Pressemitteilung vom Sommer soll der junge Mann gegen 3.45 Uhr in der Nacht nach Sandhausen gefahren sein, um "eine Meinungsverschiedenheit zu klären".

Im Laufe des Streits hat sich der Geschädigte vor die Haustür seiner Wohnung auf die Straße begeben, wo die Auseinandersetzung zunehmend eskalierte und der Angeklagte zum Gipserbeil griff. Der Geschädigte wich aus und flüchtete vom Tatort. Zunächst versuchte der Angeklagte, ihn zu verfolgen, ließ dann aber davon ab.

Am folgenden Tag wurde er festgenommen und einer Ermittlungsrichterin vorgeführt, die den Haftbefehl erließ. Daraufhin wurde er in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

„Ich bin sehr froh, dass ich ihn nicht getroffen habe“, gestand der Angeklagte am Donnerstag unter Tränen. Er habe sich aus Eifersucht in Rage gebracht. Er sprach über Hintergründe der Tat und sein Leben: In ordentlich wirkenden Verhältnissen aufwachsend sah es zunächst nach einer Sportlerkarriere aus. Als Jugendlicher trat der junge Mann sogar in den höchsten Leistungsklassen seiner Sportart zu Turnieren an und engagierte sich sozial im Umfeld der Sportgemeinschaft. Im Dezember 2017 entschied der junge Mann, sich mehr Zeit für seine erste große Liebe zu nehmen. Die Beziehung allerdings soll instabil gewesen sein: "Wir haben uns zig mal getrennt. Mal ein paar Tage, mal etwas mehr als einen Monat. Ich wollte viel Zeit mir ihr verbringen, aber sie wollte lieber mit ihren Freundinnen ausgehen." 

Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag. Die Vorsitzende Richterin hät zudem auch eine Verurteilung wegen gefährliche Körperverletzung für möglich.

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