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Zahlreiche Wohnungen in Worms durchsucht

Handel mit „Neuen Psychoaktiven Substanzen“ – Mann in U-Haft

Worms.Seit August 2019 führen die Staatsanwaltschaft Mainz und die Kriminalpolizei Worms mehrere Ermittlungsverfahren gegen eine Gruppierung aus Worms, die einen schwunghaften Handel mit Betäubungsmitteln - insbesondere mit sogenannten „Neuen Psychoaktiven Substanzen“ (NPS) - betrieben haben soll. Wie die Behörden am Montag mitteilten, wurden in einer großangelegten Durchsuchungsaktion mehrere Wohnungen und Gartengrundstücke in Worms nach Beweismitteln durchsucht. Der Hauptbeschuldigte wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter in Mainz vorgeführt – gegen ihn wurde ein Untersuchungshaftbefehl erlassen.

Neben etwa 700 Gramm "NPS" und 50 Gramm Amphetamin wurden bei den Durchsuchungen mehrere Schreckschuss- und Luftdruckwaffen sowie Macheten und Messer sichergestellt. Bislang seien mehr als 50 Personen als mutmaßliche Betäubungsmittelabnehmer identifiziert worden. Die stark abhängig machenden Rauschmittel seien durch die Gruppierung teilweise im Internet bestellt, aber auch bei verschiedenen Lieferanten im Wormser Umland beschafft worden.

Bei „NPS“ handelt es sich um Trägerstoffe wie Pulver, Tabletten, Kapseln oder Kräutermischungen, denen synthetische Wirkstoffe wie hochpotente Cannabinoide beigesetzt werden. Vor Inkrafttreten des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes Ende des Jahres 2016 waren "NPS" überwiegend legal zu erwerben, weshalb sie auch verharmlosend als "Legal Highs" bezeichnet wurden.

Bei "NPS" gibt es nach Angaben der Behörden keinerlei Kontrolle der zugesetzten Wirkstoffmengen, was die Rauschmittel zu unberechenbaren gesundheitsschädlichen Stoffen macht. Zudem werden die Inhaltsstoffe eines Produkts im Laufe der Zeit immer wieder verändert, so dass bei wiederholtem Konsum einer bestimmten Mischung nicht mit der gleichen Wirkung gerechnet werden könne. Verpackt werden die Substanzen in bunten Tütchen als "Potpourri" oder "Badesalze", die Legalität und Ungefährlichkeit suggerieren und insbesondere jugendliche Kunden ansprechen sollen, hieß es in der Mitteilung.

Die Substanzen werden überwiegend geraucht. Die Polizei warnt ausdrücklich vor dem Konsum dieser unberechenbaren und hoch gesundheitsgefährdenden Substanzen und appelliert insbesondere an Eltern von Jugendlichen. Bereits im Jahr 2018 kam es in Worms zu einem Todesfall, nachdem ein Konsument "NPS" in Form einer "Kräutermischung" geraucht hatte.

Mit der ständigen chemischen Veränderung der Wirkstoffe gelang es Herstellern bisher, die Verbote des Betäubungsmittelgesetzes zu umgehen. Das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz stellt daher nun ganze Wirkstoffgruppen unter Strafe. Wer mit "NPS" handelt oder diese an andere Personen abgibt, kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden.