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Heidelberger Firma Heidelpay: Kein Interesse an Wirecard Bank

Heidelberg.Der Heidelberger Finanzdienstleister Heidelpay will die Wirecard Bank nicht übernehmen. Geschäftsführer Mirko Hüllemann wies damit anderslautende Spekulationen zurück. Nach dem Wirecard-Skandal gibt es in der Finanzbranche Interesse an der Übernahme der Wirecard Bank. Dabei fiel auch häufig der Name Heidelpay. „Da ist gar nichts dran“, sagte Hüllemann auf Anfrage. Es gebe keinen Grund, warum Heidelpay eine Bank übernehmen sollte. „Wir wollen keine Bank.“

Mehrere Medien berichteten, es habe anfangs Interesse von der Deutschen Bank, Heidelpay, der spanischen Großbank Santander und der Berliner Fintec-Bank Solaris gegeben. Die Deutsche Bank sei jedoch ausgestiegen. Eine Übernahme soll an unterschiedlichen Preisvorstellungen gescheitert sein. Santander, Solarisbank und Heidelpay würden jedoch weiter bieten. Laut Hüllemann habe es jedoch nie ein Interesse gegeben.

Im Juni hatte der inzwischen insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wirecard seit 2015 Scheingewinne auswies, und ermittelt wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs. Im August schied Wirecard aus dem Dax aus. Die Wirecard Bank steht zum Verkauf. Laut mehreren Medien, die sich auf "Finanzkreise" beziehen, habe sich Wirecard eine interne Frist bis 11. September gesetzt, um eine Entscheidung über die Übernahme zu treffen.

Heidelpay ist ein Zahlungsabwickler, der - ähnlich wie Wirecard - im Auftrag von Händlern bargeldlose Transaktionen durchführt. Hüllemann hat das Unternehmen 2003 in Heidelberg gegründet. Inzwischen hat sich Heidelpay zu einer Unternehmensgruppe mit mehr als 600 Mitarbeitern und mehrern Tochterunternehmen entwickelt. 2018 lag der Jahresumsatz bei 50 Millionen Euro.