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Kretschmann verteidigt Corona-Beschlüsse und appelliert

Archivartikel

Südwest.Angesichts der wieder steigenden Corona-Infektionszahlen hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann die neuen Corona-Regeln von Bund und Ländern verteidigt und an die Verantwortung jedes Einzelnen appelliert. Das Land stehe "an einer Wegscheide", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag nach Beratungen der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Infektionszahlen hätten ein gefährliches Niveau erreicht und drohten den Erfolg der ersten Jahreshälfte im Kampf gegen die Pandemie zu zerstören. "Das Virus macht keine Sommerpause, es ist immer noch da", sagte Kretschmann.

Die zweite Hälfte des Jahres werde nicht leichter werden als die ersten sechs Monate, warnte er in einer Video-Stellungnahme. Die Infektionszahlen müssten zwingend zurückgehen, um die Lockerungen der vergangenen Wochen nicht zu gefährden. Erfolgreich könne dieser Weg nur sein, wenn die Menschen auf sich und auf andere achteten. "Zusammenhalt ist unser größter Trumpf", sagte Kretschmann. "Die Jungen tragen eine besondere Verantwortung für die Älteren und andere Risikogruppen."

Die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Donnerstag erstmals seit Juni mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über eine gemeinsame Linie im Kampf gegen die Corona-Pandemie beraten. Dabei hatten sich die Länder unter anderem darauf geeinigt, dass bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von mindestens 50 Euro droht - überall abgesehen von Sachsen-Anhalt. Bei den umstrittenen Feierlichkeiten im Familien- und Freundeskreis hatten sie sich dagegen nicht auf bundesweit geltende Obergrenzen für Teilnehmerzahlen einigen können.

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