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In Jugendstrafanstalt

Mias Mörder tot in Gefängniszelle aufgefunden

Schifferstadt.Der wegen Mordes an seiner Ex-Freundin Mia in Kandel verurteilte Abdul D. ist tot in seiner Zelle in der Jugendstrafanstalt Schifferstadt gefunden worden. Ersten Erkenntnissen zufolge hat sich der aus Afghanistan stammende Mann erhängt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilten. D. war Anfang September 2018 nach dem tödlichen Messerangriff auf die 15-jährige Mia wegen Mordes verurteilt worden. Die Richter in Landau verhängten acht Jahre und sechs Monate Haft nach Jugendstrafrecht.

Die Tat kurz nach Weihnachten 2017 in einem Drogeriemarkt der kleinen Stadt in der Pfalz hatte bundesweit für großes Entsetzen gesorgt. Der Fall fachte außerdem die Diskussion um die Altersfeststellung von jungen Flüchtlingen an. Rechtspopulistische Gruppen nahmen die Tragödie zum Anlass, um in Kandel und umliegenden Orten gegen die Asylpolitik der Bundesregierung zu protestieren. Die nächste Demonstration findet an diesem Freitag in Landau statt (10 Uhr).

Kein Abschiedsbrief entdeckt

D. hat sich nach Angaben des Justizministeriums in Mainz in der Nacht zum Donnerstag mit Schnürsenkeln und Kopfkissenbezug erhängt. Die Einzelzelle sei von außen verschlossen gewesen, sagte Sprecher Christoph Burmeister. Die Zelle sei nicht videoüberwacht gewesen, weil es keine Anzeichen für eine Selbsttötungsabsicht gegeben habe.

Der Staatsanwaltschaft zufolge ist kein Abschiedsbrief entdeckt worden. Es gebe derzeit keine Erkenntnisse über die Motive von Abdul D., sagte der Sprecher der Anklagebehörde in Frankenthal am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft habe ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, um die genauen Umstände zu klären, sagte der Sprecher. Dabei wird unter anderem geprüft, ob ein Fremdverschulden vorliegt. Ein solches Verfahren sei in diesen Fällen Routine, hieß es.

Leiche wird obduziert

Am Mittwochabend um 21.30 Uhr sei D. noch lebend gesehen worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Wiederholt habe es in der Vergangenheit Hinweise auf Auseinandersetzungen mit Mithäftlingen gegeben. Die Leiche soll an diesem Freitag im rechtsmedizinischen Institut in Mainz obduziert werden. Die Anklagebehörde wolle das Ergebnis noch am selben Tag veröffentlichen, hieß es.

Der damalige Anwalt von Abdul D., Maximilian Endler, sagte zu der Todesmitteilung: "Ich weiß von nichts und kann daher auch nichts dazu sagen." Er hatte nach dem Urteil gesagt, er rechne damit, dass sein Mandant nach der Verbüßung eines Teils der Strafe abgeschoben werde.

Abdul D. war nach seiner Ankunft in Deutschland als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aufgenommen und betreut worden. Er gab sein Alter zunächst mit 15 Jahren an. Nach der Tat kamen Zweifel auf, ob er so jung ist. Ein Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft kam zu dem Ergebnis, dass er zum Zeitpunkt der Tat mindestens 17 Jahre und sechs Monate, wahrscheinlich aber schon 20 Jahre alt war.

Als Motiv für die Tat hatte die Staatsanwaltschaft Eifersucht und Rache angenommen. Sie ging davon aus, dass Abdul D. Mia bestrafen wollte, weil sie sich wenige Wochen zuvor von ihm getrennt hatte.

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