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Naturphänomen

Speyer ist Deutschlands Blitz-Hauptstadt 2019

Speyer.Statistisch gesehen sind im vergangenen Jahr 3,1 Blitze pro Quadratkilometer in Speyer eingeschlagen. Damit ist die Domstadt die Blitzhauptstadt Deutschlands für das Jahr 2019. Dies geht aus dem Blitzatlas hervor, den die Firma Siemens am Dienstag veröffentlicht hat.

Es gibt allerdings keinen Grund, warum die Gewitter ausgerechnet hier besonders oft tobten. „Es ist Zufall“, bestätigt Stephan Thern, Leiter des Messnetzes und Informationsdienstes, den Siemens in ganz Deutschland unterhält. Dies bestätigt auch der Umstand, dass bislang keine Stadt in zwei aufeinanderfolgenden Jahren den Titel des Spitzenreiters errang. Die Stadt Schweinfurt beispielsweise lag 2018 noch ganz vorne, im Jahr darauf gehörte sie mit 0,1 Einschlägen pro Quadratkilometer zu den Schlusslichtern.

Für die Spitzenposition in Speyer waren vor allem der 12. und 27. Juli entscheidend, erläutert Thern mit einem Blick in seine Karte. Dort seien zwei Starkgewitter durch die Region gezogen. Und offenkundig hat sich das nicht nur auf Speyer niedergeschlagen, sondern auch auf Worms und Ludwigshafen, die mit 2,5 und 1,5 Einschlägen pro Quadratkilometer auf Platz zwei und drei in der rheinland-pfälzischen Rangliste gelandet sind. Über den Rhein haben es die Gewitter aber offensichtlich nicht in der gleichen Stärke geschafft: Mannheim kommt nur auf einen statistischen Wert von 0,8 Blitzen, Heidelberg auf 0,6 Blitze und der Kreis Bergstraße auf rund 0,9 Blitze.

Ob die Blitzeinschläge indessen größere Schäden hinterlassen haben, kann der Blitzinformationsdienst nicht bestätigen. Zwar versorge man die Versicherungen mit den entsprechenden Daten, bekomme aber im Gegenzug keine Informationen, erläutert Thern.

Hitze und Feuchtigkeit nötig

Insgesamt gesehen sei 2019 eher ein ausgesprochen blitzarmes Jahr gewesen, so der Experte. „Es war schlicht zu trocken. Gewitter benötigen Hitze und Feuchtigkeit. Ob auch dies eine Folge des Klimawandels ist, wagt Thern nicht zu sagen. Auffällig sei indessen, dass es in den vergangenen Jahren weniger Starkgewitter gegeben habe, als dies früher der Fall gewesen sei. Außerdem hätten sich die Schwerpunkte vom Süden und Südwesten der Republik eher in Richtung nach Norden und Osten hin entwickelt. Über die Gründe dafür kann der Blitzexperte nur spekulieren.

Allerdings sei nach wie vor die Topologie mitentscheidend. So biete das Alpenvorland perfekte Voraussetzungen für häufige Gewitter: hohe Berge, warme Temperaturen und viele Seen für die Feuchtigkeit.