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Live vom Bürgerforum

Spitzenkandidaten stellen sich Fragen

Archivartikel

Mannheim.13.23 Uhr: Im Foyer treffen wir einen Wähler aus der Innenstadt. Er war mit der Diskussion zufrieden, ob sie seine Wahlentscheidung beeinflusst, weiß er allerdings noch nicht. "Ich bin generell eher ein Spontanwähler", sagt er, ohne seinen Namen nennen zu wollen. "Auf alle Fälle hat mir die Diskussion die Standpunkte der Kandidaten in den abgefragten Themen deutlich gezeigt."

13.18 Uhr: "MM"-Chefredakteur Lübke beendet die Diskussion und bedankt sich bei allen Kandidaten für das knapp dreistündige Gespräch.

13.03 Uhr: Noch einmal darf das Publikum fragen. Hermann Krauß, den wir vor der Veranstaltung befragt haben, bekommt das Fragerecht. "Tut sich beim Thema Rheinbrücke etwas", möchte er von ML-Mann Weizel wissen. "Eine Brücke nach Altrip wird lange Prozesse und Proteste nach sich ziehen. Eine einfache Lösung gibt es dazu nicht. Eine Tunnellösung ist ein neuer Gedanke." Beisel ergänzt: "Eine Tunnellösung ist ganz wichtig." Eine weitere Frage lautet: "In Budapest dürfen alle Rentner den ÖPNV gratis nutzen. Warum führen wir das in Mannheim nicht ein? Dann hätten wir viele Autos von der Straße runter." SPD-Mann Eisenhauer antwortet: "Wir möchten den ÖPNV für 365 Euro im Jahr für alle zugänglich machen. Das bedeutet einen Euro am Tag." Seine Antwort wird ergänzt von dem Kandidaten der Linken, Thomas Trüper: "Wir kommen nicht drumherum, eine Verkehrswende in allen Facetten mit größter Energie anzugehen. Allen voran muss der Lkw-Verkehr zurück auf die Schiene - und der Nahverkehr ausgebaut und anders finanziert werden. (...) Jedes Auto im Stau ist zu viel." Ein Wähler aus der Oststadt will wissen; "Welche Erfahrungen hat Melis Sekmen aus der Umwandlung von Straßen in Fahrradstraßen? Ich habe die Wahrnehmung, dass eine gewisse Gefährdung für Radfahrer erfolgt, wenn die Straßen zu eng sind, dass Autos und Radler nebeneinanderherfahren." Die Gefragte antwortet: "Wir haben die Umwandlung weiterer Straßen in Fahrradstraßen beantragt. Auf solchen Straßen darf man höchstens 30 km/h fahren, das bedeutet Autos fahren viel langsamer. Außerdem wollen wir diese Straßen besser beleuchten und die Radwege deutlich verbreitern. (...) Wir brauchen mehr solcher Straßen, die bei richtiger Unsetzung die Gefährdung aller Verkehrsteilnehmer reduzieren."

12.51 Uhr: Der dritte Themenschwerpunkt ist Vekehr und Baustelle: Volker Beisel (FDP) ist der Meinung, dass die Hochstraßensanierung ein Problem der Metropolregion sei. Eine Seilbahn zum Beispiel wäre von der Stadt Ludwigshafen abgelehnt worden, ohne dass darüber diskutiert wurde. Er fordert, dass mehr miteinander gesprochen wird. Weizel sieht es ähnlich: Dass die Bevölkerung über Baustellen oder Sperrung viel zu später erfahre, sei ein Kommunikationsproblem seitens der Stadt Mannheim. "Wenn was geplant wird, sollten Bürger und Bürgerinnen das auch rechtzeitig erfahren." Rüdiger Ernst findet die Verkehrspolitik der Stadt problematisch. Staus würden künstlich erzeugt werden, indem die Stadt Straßen einspurige mache. Zum Beispiel in der Bismarckstraße oder der Theodor-Heuss-Anlage. "Da herrscht Chaos, zum Beispiel in Richtung Ludwigshafen, und darüber darf man sich auch nicht wundern."  CDU-Spitzenkandidat Kranz kritisiert dagegen die Stadt Ludwigshafen, die sich seit Jahren gegen einen gemeinsamen Verkehrsentwicklungsplan ausspreche. Er fordert: Mehr Digitalisierung. "Wenn zum Beispiel bereits am Stadteingang angezeigt wird, wo man am besten parken kann, würde das Staus verhindern und den CO2-Ausstoß maßgeblich verringern." Als weiteres Beispiel nennt er den Übergang am Lindenhofplatz: Wenn die Straßen offen sind, soll das auf einer Wand digital angezeigt werden. Melis Sekmen findet, dass die Verkehrspolitik immerzu für Autos plane. "Es muss aber auf Alternativen gesetzt werden. Zum Beispiel Radwege: Damit sich der Radverkehr in den nächsten Jahren verdoppeln kann, müssen die Wege ausgebaut werden. Außerdem muss die Politik auf Carsharing-Modelle, eine engere Taktion der Straßenbahn und günstie Fahrtickets setzen." So können die Stadt sich auch Barcelona oder Kopenhagen als Vorbild werden. Dort würden Straßen in der Innenstadt teilweise komplett autofrei bleiben. "Und man hat viel mehr Möglichkeiten, eine Flaniermeile zu errichten. Es gibt dann mehr Flächen, die bewirtschaftet werden können. Das ist nur eine Organisationsfrage."

 

12.28 Uhr: Das Publikum darf wieder fragen. Ein Wähler aus der Neckarstadt-West greift noch einmal das Thema Sanktionen bei Vermüllung auf. "Ist es denkbar, dass die Sanktionen auch in Innenstadtnahen Stadtteilen kommt?", möchte er von CDU-Mann Kranz wissen. Der kündigt an: "Wir stellen einen Antrag, dass der KOD ausgebaut wird und so die Überwachung auch über die Innenstadt hinaus umgesetzt werden kann." Die Stadt müsse schneller eingreifen können, aber "dafür brauchen wir mehr Kapazitäten". Auf Nachfrage von "MM"-Lokalchef Stefan Proetel, wie stark diese Kapazitäten ausgebaut werden müsse, erwidert Kranz: "Wir haben uns darauf nicht festgelegt, das muss die Verwaltung klären. Wir unterstützen die Verwaltung aber bei der Ausweitung."
Eine weitere Publikumsfrage bezieht sich auf die Müllentsorgung. Ein Wähler aus Rheinau-Süd bemängelt, dass die gelbe Tonne in Mannheim nur alle vier Wochen, im Rhein-Neckar-Kreis jedoch alle zwei Wochen geleert. "Seit Januar 2017 sammeln sich die Säcke in Rheinau-Süd neben den vollen Tonnen. Warum werden wir Mannheimer benachteiligt?" SPD-Kandidat Eisenhauer antwortet: "Die Stadt darf nur 18 Prozent des Gebiets selbst leeren, der Rest muss ausgelagert werden wegen des Wettbewerbrechts. Die Stadt macht einen guten Job, bei Privaten gibt es auch gute, aber auch Probleme. Wenn wir das ändern wollen, müssen wir auf Bundesebene die Abfallwirtschaft wieder in kommunale Hände geben. Die SPD unterstützt das. In den Teilen, in denen die Stadt die Tonnen leert, bekommen wir wegen der Frequenzen gute Rückmeldungen. Einzelfällen anderer Arten gehen wir gerne nach." Der Linke-Kandidat Trüper ergänzt: "Die Ausschreibungen der Müllentsorgung sind nicht in der Hand der Stadt. (...) Das System ist total schlecht und muss dringend verändert werden."

12.15 Uhr: Weiter geht es mit dem Themenschwerpunkt Sicherheit und Videoüberwachung (> zum Dossier "Videoüberwachung). Grünen-Politikerin Sekmen wird deutlich: "Für meine Sicherheit brauche ich keine Kameras, sondern Menschen, die für meine Sicherheit ganz aktiv sorgen. Und das ist die Polizei." Eine Kamera habe ja keine Hände und Füße und könnte im Fall der Fälle einen Übergriff verhindern. "Die Grünen sind dafür, dass die Kriminalität bekämpft wird. Und das geht nur mit mehr Polizeistellen und stärkerer Präventionsarbeit. Die Beamten müssen auf den Straßen einfach präsenter sein." Rüdiger Ernst von der AfD vertritt die Gegenposition: "Wir sind für eine Videoüberwachung und unterstützen das voll und ganz. Wir sind auch dafür diese auszuweiten, wenn es notwendig ist. Aber wir wollen auch die Polizei in einzelnen Stadtteilen stärken. Das eine schließt nicht das andere aus." Die Überwachung basiere auf Algorithmen, so CDU-Spitzenkandidat Kranz. Nur wenn was Ungewöhnliches passiere, würde das die Kamera registrieren und sofort die Polizei alarmieren. "Niemand wird erkannt oder dargestellt, solange nichts Irreguläres passiert." Thomas Trüper von den Linken lacht auf: "Herr Kranz, ich hätte Sie doch längst zu Boden schmeißen können und die Polizei hätte das ja nicht verhindert. Das mit den Algorithmen stimmt nicht ganz. Drei Tage lang werden die Aufnahmen gespeichert Was ich aber bestätigen kann: Videoüberwachung trägt zur subjektiven Sicherheit bei." Auch Weizel (Mannheimer Liste) bestärkt diesen Punkt: "Videoüberwachung ist kein Allheilmittel, aber ein Mittel die subjektive Sicherheit der Bevölkerung zu stärken. Und da sehe ich keine Einschränkung der persönlichen Freiheit." Durch die Überwachung fühle man sich zwar sicher, aber das halte trotzdem keinem ab, jemandem den Geldbeutel zu stehlen findet Volker Beisel von der FDP. "Der Polizeipräsident von Mannheim sagte, dass bei Gerichten in den vergangenen zehn Jahren kein einziges Mal Videoaufnahmen zur Aufklärung eines Falls herangezogen wurde. Und es ist Fakt, dass die Kriminalitätsrate in der Stadt und in Deutschland zurückgegangen ist. Man muss eine Abwägung treffen und ich finde, dass die Rechte der Bürger (Recht auf eigenes Bild) in jedem Fall überwiegen." Spizenkandidat Ralf Eisenhauer bestätigt, dass die SPD mit dem Modellversuch "Videoüberwachung" mitgehe. "Wir sind gespannt auf die Ergebnisse."

11.48 Uhr: Der zweite Themenschwerpunkt ist die Sauberkeit der Stadt. Hier sprechen "MM"-Chefredakteur Dirk Lübke und Lokalchef Stefan Proetel die Kandidaten auf die neu eingeführten Sanktionen bei Vermüllung der Planken an. SPD-Mann Eisenhauer betont, dass die Sanktionen "unstrittig" etwas bringen. "Wir erleben, was passiert, wenn sich jeder zurückzieht und sagt, es gehe ihn nichts an. Die Vermüllung geht jeden etwas an. Die Sanktionen, die ich ausdrücklich unterstütze, sind ein Weg, dieses Bewusstsein wieder zu stärken."

AfD-Kandidat Ernst betont: "Es geht darum, dass wir die Strafen gegen Vermüllung in der Innenstadt auch konsequent umsetzen. Außerdem muss die Stadt auf den Planken besser arbeiten, als zuvor. Das Erscheinungsbild der Stadt muss attraktiv gehalten werden, auch wenn das teuer ist. (...) Wenn Ecken schmuddelig aussehen, verleitet das Bürger viel eher, ihren Müll wegzuwerfen. (...) Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) muss ausgebaut werden. Außerdem benötigen die Mitarbeiter den Rückhalt ihrer Vorgesetzten bei Sanktionen."
ML-Kandidat Weizel bemängelt unterdessen die bislang fehlende Konsequenz bei der Umsetzung der Strafen. "Es gibt Laub, das in einigen Vororten mehrere Monate auf den Straßen liegt. Die Stadt muss schneller abtransportieren. Wir unterstützen ebenfalls die Sanktionen, aber sie müssen durchgesetzt werden. Den Rasen auf den Friedrichsplatz darf niemand betreten, das kümmert aber niemanden. Der KOD und die Stadtreinigung müssen aufgestockt werden, Strafen müssen konsequent durchgesetzt werden." Er verweist auf Großstädte wie London, die sauberer seien als Mannheim: "Wir dürfen nicht nur reden, sondern müssen handeln."
Die Grünen-Kandidatin Sekmen kritisiert die Sanktionen. "Mein Verständnis von einer liberalen Gesellschaft ist es nicht, dass an jeder Ecke ein Sheriff steht, der mich überwacht." Es gehe generell darum, Müll zu vermeiden, beispielsweise bei Stadtfesten. "Außerdem müssen wir in Schulen Kinder für das Thema sensibilisieren. (...) Kinder erzählen, dass in ihren Sandkästen Zigarettenkippen liegen. Das geht nicht. (...) Grünflächen müssen betreten werden dürfen, gerade von Kindern."
Der Linke Trüper wünscht sich neue Stellen beim Kommunalen Ordnungsdienst und der Abfallwirtschaft und kritisiert die "To-go"-Esskultur: "Die Frage ist auch: Warum werfen Leute ihren Müll einfach weg? Vor allem die To-go-Esskultur hat diese Problematik gefördert. Wir müssen eine neue Esskultur und -Erziehung einführen. Der Mannheimer Becher ist ein guter Weg. Außerdem liegen keine Pfandflaschen herum."
CDU-Mann Kranz: "Wir bekommen dieses Umdenken, das Herr Trüper angesprochen hat, nur mit Strafen und Sanktionen. Ich bin sicher, dass die Planken sauber bleiben, wenn wir die Strafen konsequent durchsetzen." Außerdem will Kranz den KOD und die Abfallwirtschaft ausweiten: "Wir haben das Problem, dass es Vermüllung gibt, und teilweise wochenlang nichts passiert. Wir brauchen deshalb eine schnelle Eingreiftruppe der Abfallwirtschaft. Wo Müll liegt, kommt Müll dazu."
FDP-Kandidat Beisel kritisiert Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) für fehlende Stellen. Auch er sieht die Sanktionen positiv. "Die Sanktionen haben einen erzieherischen Wert, gerade weil sie so hoch sind." Er nimmt aber auch die Wähler in die Pflicht: "Wir sind alle dafür verantwortlich, vor unseren Häusern zu kehren. Wir delegieren immer mehr Aufgaben an Stadt, Land und Staat. Ich appelliere an alle, ihre Verantworung wahrzunehmen, und im wahrsten Sinne des Wortes vor ihrer eigenen Haustüre zu kehren."

11.40 Uhr: Stichpunkt "Grünflächen": Grünen-Spitzenkandidatin Sekmen wiederholt, dass sich die Grünen für Grünflächen einsetzen. "Bei sieben Stimmen ist es aber schwer, dass was vorankommt. Und ich verstehe es nicht, wenn plötzlich neue Bäume angepflanzt werden sollen. Viel wichtiger ist der Erhalt der schon vorhandenen Bäume. Wo sind die Stimmen, wenn es darum geht, diese zu schützen? Neue Bäume werden auch nicht dieselbe Qualität haben, wie die Bäume, die gefällt wurden." Thomas Trüper ist der Meinung, dass Boden sozial genutzt werden soll ("Soziale Bodennutzung"). Diese müsse auch auf Konversionsflächen angewendet werden. "Wir haben mal nachgefragt: Bei den 2000 Wohneinheiten, die bis 2020 entstehen sollen, seien 0 preisgünstig. Wir haben einen riesigen Nachholbedarf. Ein Manager wird hier natürlich seine Neuimmobilien finden und auch zahlen können, was gefordert wird."

11.28 Uhr: Ein Zuhörer bezieht sich in seiner Wortmeldung noch einmal auf die Äußerung von Ernst (s. 11.24 Uhr). "Herr Ernst versucht, Probleme zu ethnisieren, was in einer Stadt, die auf sozialen Zusammenhalt ausgerichtet ist, nicht geht." Seine Frage richtet er an CDU-Mann Kranz. Von ihm möchte er wissen, wie die CDU den Grundgesetz-Artikel "Eigentum verpflichtet" umsetzen möchte. Kranz erwidert: "Wir wollen sowohl das Verpflichten als auch den Schutz von Eigentum in Mannheim sicherstellen. Wir reden dabei nicht nur von Managern sondern auch von Normalverdienern, die sich ein Haus kaufen möchten. (...) Die GBG muss mit Eigenkapital unterstützt werden."

11.24 Uhr: Noch einmal ergreifen einige Kandidaten das Wort. So mahnt AfD-Kandidat Ernst an, dass der Druck auf den Wohnungsmarkt durch die starke Zuwanderung in den vergangenen Jahren stärker geworden sei. Es folgen Buh-Rufe aus dem Publikum. ML-Kandidat Weizel merkt an, dass Wohnnot nicht nur ein kommunales, sondern auch ein Problem von Land und Bund sei. "Wir brauchen Förderungen von Land und Bund. (...) Die GBG hat mit der Bebauung von Franklin den richtigen Weg eingeschlagen, aber es geht nicht ohne Förderung von Bund und Land," erklärt er.

11.18 Uhr: Jetzt hat das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Stichpunkt "Coleman": CDU-Politiker Kranz sagt, dass noch nichts beschlossen sei. Man könne noch nichts planen, "die Amerikaner sind da und geben uns noch nichts frei". Die CDU wolle aber Alles naturnah halten und strebt keinen großen Wohnungsbau an. "Wir wollen uns die Fläche am Rande der Autobahn gegebenenfalls zu Nutzen machen". Auf die Frage einer Wählerin, warum im Zuge der Konversion so viele Bäume, vor allem alte, gefällt worden sind und man nichts von den Grünen gehört habe, antwortet Grünen-Spitzenkandidaten Melis Sekmen so: "Wenn wir neue Stadtquartiere entwickeln, achten wir besonders auf Grünflächen. Aber es nicht nur darum. Es geht auch um erneuerbare Energie von Häusern und Artenschutz." Das Thema Wohungsbau löst bei einer Innenstadt-Bewohnerin Unmut aus. Sie ist der Meinung, dass es "unmenschlich sei, dass Manager oder Geschäftsmänner die Möglichkeit bekommen, 200 bis 300 Quadratmeter zu bebauen. Für einen 4-Mann-Haushalt. Aber wir in der Innenstadt müssen zusammengepfercht leben, wie ist das möglich?" Kranz: "DIe CDU möchte keinem vorschreiben, wer wo wohnen darf. Das heißt nicht, dass wir nur Einfamilienhäuser für Reiche bauen. Bezahlbarer Wohnraum muss errichtet werden, aber nicht jeder soll dann auch dahin abwandern." Sein Vorschlag, der auch in fünf Jahren umgesetzt werden soll: Jeder Mannheimer Neubürger soll einen Baum bepflanzt bekommen. "Und wir gehen aktuelle von 15 000 Neubürgern im Rahmen der Konversion aus."

10:55 Uhr: Der erste Themenblock dreht sich um bezahlbaren Wohnraum. CDU-Kandidat Kranz fordert, dass bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird. Zudem möchte er das Eigenkapital der GBG stärken, dass diese mehr investieren kann.
FDP-Kandidat Beisel sagt: "Umso mehr Regeln wir auf dem Wohnungsmarkt haben, umso weniger Wohnungen werden gebaut. Deshalb wollen wir so wenige Regeln wie möglich auf dem Wohnungsbaumarkt. Wir müssen alles daran setzen, mehr Wohnungen zu bauen, anstatt den schlechten Bestand zu verwalten. (...) die GBG muss dafür sorgen, dass soziale Gerechtigkeit auf dem Wohnungsmarkt zum Zuge kommt. Stattdessen legt die GBG den Fokus auf falsche Aspekte wie Trinkertreffs. (...) Wir haben große Konversionsflächen, auf denen die GBG bereits baut. Die GBG muss aber auch Dachgeschosse von bestehenden Wohnräumen ausbauen. Außerdem ist die Stadt Eigentümer von großen Grundstücksflächen, die sie zum Bauen freigeben muss." 
Der Linke-Kandidat Trüper zeigt sich besorgt: "Die Bürger haben es wegen sinkender Reallöhne und steigender Altersarmut immer schwerer, in der Stadt zu wohnen. (...) In Mannheim gibt es einen enormen Wohnbedarf, der befriedigt werden muss. Es sind aber etwa 2500 preisgünstige Wohnung verloren gegangen. Bei der GBG gibt es etwa 1000 Wohnungen im angeblich preisgünstigen Segmet, die aber trotzdem noch zu teuer sind. Wir müssen uns fragen, wie wir unter 12,50 Euro pro Quadratmeter Miete kommen. Der Boden muss günstiger werden und wir brauchen eine gute Ladeswohnraumförderung. Es mangelt an öffentlichen Subventionen. Das sind Kernpunkte, um zu mehr Wohnungen zu kommen."
Nun kommen zum ersten Mal die Wähler zu Wort.

10.53 Uhr: Jetzt kommen wir von der großen weiten Welt auf Mannheim zurück: Eisenhauer wünscht sich für eine Mannheim eine "starke SPD", Weizel dagegen freut sich beim Lesen der "Mannheimer Morgen", dass es noch immer Zeitungsabonnenten gibt. Beisel sagt in Bezug auf die Konversion, dass es eine "schwierige Aufgabe für die Stadt ist und wir in Zukunft viel daraus lernen werden." Was die Buga2023 angeht, so ist sich Sekmen sicher: "Mit einem ökologischen Verkehrskonzept, attraktiven Grünflächen und einem guten Marketingskonzept, wird uns das gelingen." Ernst: "Mannheim wäre noch cooler, wenn Probleme wie Sauberkeit und Sicherheit besser angegangen werden." Radfahren in Mannheim sei nach Trüper zwar möglich, "aber die Wege müssen sicherer werden." Laut Kranz habe OB Kurz "einen sehr schweren Job".

10.46 Uhr: Die Kandidaten müssen zugeloste Halbsätze vervollständigen:

Claudius Kranz (CDU) hält Kühnerts Vorschlag, Unternehmen zu enteignen, für "Quatsch".

Thomas Trüpers (Linke) politisches Vorbild ist "Gregor Gysi".

Rüdiger Ernst (AfD) geht auf die nächste Fridays-for-Future, "damit dort auch ein AfDler seine Meinung sagen kann".

Melis Sekem (Grüne) möchte bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump zeigen, "dass auch Demokraten Politik machen können".

Volker Beisel  (FDP) hält die Groko in Berlin "für eine große Enttäuschung".

Achim Weizel (Mannheimer Liste) will Angela Merkel raten, "nicht zu lange zu arbeiten".

Und Ralf Eisenhauer (SPD) ist der Meinung, dass Europa durch die EU "viel aus den Schrecken des 20. Jahrhunderts gelernt hat. 

10:44 Uhr: Die Spitzenkandidaten werden nacheinander auf die Bühne gebeten: Achim Weizel (ML), Thomas Trüper (Linke), Melis Sekmen (Grüne), Claudius Kranz (CDU), Rüdiger Ernst (AfD), Ralf Eisenhauer (SPD) und Volker Beisel (FDP).

10.36 Uhr: Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen SPD-Stadtrat Ralph Waibel.

10.34 Uhr: Dirk Lübke und Stefan Proetel eröffnen das Bürgerforum. "Kirche, Brunch, Bett - es gibt allerlei Konkurrenzveranstaltungen an diesem Sonntag", sagt "MM"-Chefredakteur Lübke und begrüßt damit die Teilnehmer des Bürgerforums. "Vielen Dank, dass Sie trotzdem da sind."

10.25 Uhr, kurz vor Beginn: Das Schauspielhaus des Nationaltheaters füllt sich. In wenigen Minuten beginnt das "MM"-Bürgerforum. Wir begleiten die Veranstaltung für Sie live und fassen die wichtigsten Aussagen der Kandidaten zu den einzelnen Themen zusammen. 

10.10 Uhr, Einlass: Die ersten Wähler warten im Foyer. Unter ihnen auch Hermann Krauß. Der CDU-Bezirksrat aus Seckenheim ist mit einer Fülle an Themen ins Nationaltheater gekommen. "Viele Sachen bewegen mich", sagt er. Vor allem die Frage nach dem Bau einer Neckarbrücke treibt ihn um. Bereits 2007 habe er beim "MM"-Bürgerforum in der Alten Feuerwache Peter Kurz auf das Thema angesprochen. "Jetzt bin ich gespannt, was die Kandidaten heute, zwölf Jahre später, dazu sagen." Helga und Wilfried Lampert wollen "deutlicher erfahren, was die einzelnen Kandidaten wollen". Allen voran die Bundesgartenschau, die Situation der Fahrradfahrer in der Innenstadt und die Sauberkeit der Stadt stehen für sie ganz oben auf der Prioritätenliste. Im Gegensatz zu dem Paar hat Gertrud Distel noch nicht entschieden, welche Partei am 26. Mai ihre Stimme bekommt. "Ich gehe ganz unvoreingenommen in das Forum", kündigt sie an. Spezielle Themen, für die sie sich interessiert, habe sie nicht. "Für mich sind die Wahlprogramme im Allgemeinen interessant, weil ich mich über Internet nicht informieren kann."

Sonntag, 9.10 Uhr: Noch ist es leer im Foyer des Nationaltheaters. Im Saal selbst herrscht dagegen noch ein wenig Hektik: Letzte Kabel werden verlegt, die Technik wird geprüft, die Bühne aufgebaut - kurzum: Die letzten Vorbereitungen für das vom "MM" organisierte Bürgerforum werden getroffen. In gut einer Stunde werden sich die sieben Spitzenkanidaten der Kommunalwahl den Fragen des "MM"-Chefredakteurs Dirk Lübke und Lokalchefs Stefan Proetel stellen. In der Diskussion wird es um Wohnen und Konversion, Sauberkeit und Sicherheit, Verkehr und Baustellen gehen. Auch Persönliches über die Kandidaten wird das Publikum im Nationaltheater erfahren. Die Wähler haben auch selbst die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

 

 

 

 

 

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