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Vorbote des neuen Jahrgangs - Weinlese für Federweißer früh gestartet

Archivartikel

Weisenheim am Sand.So früh wie selten in den Vorjahren hat die Weinlese für Federweißer als Vorbote des neuen Jahrgangs begonnen. In einem Weinberg in Rheinland-Pfalz wurden am Montag unter anderem Trauben der Sorten Solaris geerntet. Sie kamen bei einer Messung auf ein Mostgewicht von rund 75 bis 80 Oechsle. "Das ist optimal und mehr als ausreichend", sagte Winzer Michael Schwindt in Weisenheim am Sand (Kreis Bad Dürkheim). Der Wert gibt die Menge des Zuckergehalts im Traubensaft an. Den Beginn der Hauptlese erwartet das Deutsche Weininstitut für Ende August oder Anfang September.

Auch die Winzer werden von den Folgen der Corona-Pandemie getroffen. "Im Vergleich zu anderen Branchen haben wir die Krise einigermaßen gut überstanden", sagte Ernst Büscher vom Weininstitut beim Beginn der Lese. Im Einzelhandel und im Direktverkauf habe es auch Absatzzuwächse gegeben, zudem sei der Onlinehandel zum Teil um 50 Prozent gewachsen. "Ganz wettmachen wird man es nicht. Insgesamt ist die Branche mit einem blauen Auge davongekommen", sagte Büscher. Zunehmende Probleme bereite aber die Trockenheit. "Darum werden immer öfter Tröpfchenbewässerungsanlagen installiert, um die Lebenserhaltung der Rebstöcke zu garantieren", sagte Büscher.

Der Durchschnittsertrag von Wein lag in den vergangenen Jahren in Deutschland bei etwa 8,7 Millionen Hektoliter pro Jahr. Der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch beträgt derzeit rund 20,1 Liter. Seinen Namen hat Federweißer - je nach Region auch als Rauscher oder neuer Wein bezeichnet - von den Hefeteilchen, die von der Kohlensäure im Gärungsprozess aufgewirbelt werden und wie Federn im Glas tanzen.