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Klassik

Vox Quadrata überzeugt in Mannheimer Christuskirche

Archivartikel

Mannheim.Ein Probenwochenende reicht, um diesem Projektchor mit rund 70 Sängerinnen und Sängern Konzertreife zu verleihen. Fertiggebracht hat das Tristan Meister, der das Ensemble Vox Quadrata 2015 gegründet hat. Der 1989 geborene Dirigent ist in der Region kein Unbekannter. Einige seiner Stationen: Musikhochschule Mannheim, Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Kurpfälzisches Kammerorchester.
In der Mannheimer Christuskirche stehen keine Anfänger. Das ist vom ersten Stück, dem „Kyrie“ aus Josef Gabriel Rheinbergers Es-Dur-Messe, zu hören: Atmende Phrasierungen, konziser Ausdruck und beweglicher Gesang fallen positiv ins Gewicht.
Die Soprane stoßen teilweise in extreme Höhen vor; gelegentlich klingen sie dabei ein wenig spitz. Bei Heinrich Schütz’ Psalmvertonung „An den Wassern zu Babel“ vernimmt man eine nuancierte, federnde Artikulation und eine textorientierte Dynamik. Überhaupt wird das Textheft nicht benötigt, um zu verstehen, wovon im Gesang die Rede ist.
Das Programm ist weit gespannt: Vom Chorstück des frühbarocken Johann Hermann Schein bis zum „Sanctus“ aus der Messe von Frank Martin. Auch der expressiven harmonischen Dichte in Liedern von Gustav Mahler und Max Reger gibt der Chor Struktur. Im Mittelpunkt des Konzerts: Felix Mendelssohn Bartholdys „Te Deum“, das vom Chor mit bis zu acht Gesangssolisten fürs Repertoire empfohlen wird.
Das Continuo spielen Landeskantor Johannes Michel an der Truhenorgel und Cellistin Elisabeth Erber. Michel ist es auch, der an der Steinmeyer-Orgel ein fulminantes Pasticcio über Mozarts Stück „Ah! Vous dirai-je, Maman“ zum Besten gibt. Ein ironisches Schmunzeln des improvisierenden Interpreten darf man sich dabei hinzudenken.