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Coronavirus

Was Bahn-Kunden in Corona-Zeiten wissen müssen

Archivartikel

Mannheim/Stuttgart.Das Coronavirus hat bisher den Bahnverkehr noch nicht eingeschränkt. „Wir wollen unseren Verkehr aufrechterhalten, denn der Bahnverkehr gehört zur Daseinsvorsorge“, sagt ein Sprecher des DB-Regionalbüros Stuttgart auf Anfrage dieser Redaktion. Auf ihrer Webseite informiert die Deutsche Bahn (DB) regelmäßig über die Auswirkungen auf den Schienenverkehr und wie DB-Mitarbeiter mit dem Virus umgehen. Was Kunden wissen müssen:

Kann die Deutsche Bahn den Betrieb aufrechterhalten?
Der Nah-, Fern- und Güterverkehr der DB läuft stabil und nahezu ohne Einschränkungen, schreibt die Bahn auf ihrer Webseite. Es komme lediglich im grenzüberschreitenden Bahnverkehr zu Einschränkungen, weil die Bundespolizei hier Kontrollen durchführt. Auf einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag erklärte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Richard Lutz, die Bahn fühle sich als Teil der Daseinsvorsorge und als ein Unternehmen, das einen wichtigen Beitrag zur Mobilität der Menschen und zur Versorgung der Wirtschaft leiste. „Deshalb ist für uns bei der Bahn das oberste Anliegen, dass wir auch in schwierigen Situationen den Bahnbetrieb aufrechterhalten.“

Welche Möglichkeiten gibt es, Bahntickets zurückzugeben oder umzubuchen?
Aufgrund der aktuellen Lage hat sich die Bahn dazu entschieden, eine deutschlandweite Sonderkulanz-Regelung einzurichten. Damit seien auch Reisende mit einem Sparpreis- oder Supersparpreis flexibel in der Reiseplanung.

Was passiert bei einem Corona-Verdacht im ICE?
Bei einem von den Behörden festgestellten Corona-Verdacht werde der betroffene Bereich im Zug gesperrt und nach der Fahrt professionell gereinigt und desinfiziert, heißt es bei der Bahn. Damit folge man den Hygiene-Vorschriften des bundeseigenen Robert-Koch-Instituts. Die Fahrgäste würden durch das Zugpersonal informiert, dass sie ihre Kontaktdaten hinterlegen sollen, um von den Behörden im Bedarfsfall kontaktiert werden zu können.

Werden Fahrgäste kontrolliert, ob sie Anzeichen einer Virusinfektion haben?
Nein, nicht direkt. Es komme aber immer wieder vor, dass sich Fahrgäste wegen akuter Beschwerden bei den Mitarbeitern der Bahn melden. Für solche Situationen gebe es klar definierte Abläufe: „Die DB-Mitarbeiter informieren die Notfallleitstelle und fordern auf diesem Weg Rettungskräfte an“, schreibt die Bahn. „In der Erstversorgung geschulte Mitreisende werden in der Zwischenzeit um Unterstützung gebeten.“

Wie will die Bahn bei einer weiteren Ausbreitung der Pandemie den Betrieb aufrechthalten?
„Wir haben Erfahrung damit, Personaleinsatz und unternehmensinterne Abläufe auch an Situationen mit erhöhtem Krankenstand anzupassen“, heißt es. Man sei in ständigem Austausch mit den Behörden. Über etwaige Fahrplananpassungen im Regionalverkehr würden die Aufgabenträger der Länder entscheiden. „Die Fahrpläne werden nicht seitens der DB eingeschränkt.“

Welche Auswirkungen hat die Ausbreitung des Virus auf den Busverkehr der Deutschen Bahn?
In Absprache mit den jeweiligen regionalen Behörden ist der Zugang für den Bus durch die vordere Tür nicht mehr möglich. Auch bei der Mannheimer RNV (wir berichteten).

Welche Hygienemaßnahmen werden getroffen?
„Wir folgen den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts“, schreibt die Bahn. Fahrzeuge und Kontaktflächen werden häufig gereinigt. Mitarbeiter sind zudem mit Desinfektionsmitteln ausgestattet. Corona-Viren werden laut Robert-Koch-Institut vor allem über eine Tröpfchen- und Kontaktinfektion weitergegeben – etwa durch direktes Anhusten oder Körperkontakt. Fahrzeugtüren werden beim Halt teilweise automatisch geöffnet und geschlossen, um das Berühren von Kontaktflächen zu vermeiden. Zudem wurde im Fernverkehr die Zahl der mobilen Reinigungen verdoppelt. „Die ICE-Züge (insbesondere die WC-Räume) werden zurzeit alle zwei Stunden unterwegs gereinigt“, schreibt die Bahn. Die Bahn hat zudem 100 000 Mundschutzmasken an fahrende Mitarbeitergruppen im Kundendienst (Zugbegleiter, Busfahrer) verteilt.

Wie sieht es zurzeit an den Bahnhöfen aus?
Ob momentan weniger Menschen mit Zügen unterwegs sind, konnte der Sprecher der Stuttgarter Regionalbüros nicht beantworten. Aber generell lässt sich sagen: Die Regierung hat Menschen dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Das führt auch zu mehr Homeoffice, Schulen sind ausgefallen und Menschen verreisen weniger. Das wirkt sich auch auf Bahnkunden aus.

Weitere Infos unter bahn.de/corona