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Gemeinderat

Zwischen Masterplan und Dezernentenwahl

Heidelberg.Zunächst waren es zwei wichtige Personalien, die den Heidelberger Gemeinderat am Donnerstag beschäftigten. Denn zum einen galt es, den ersten Klimaschutz-Bürgermeister zu bestimmen. Der heißt nach der gestrigen Wahl Raoul Schmidt-Lamontain. Der gebürtige Hannoveraner und Vater von drei kleinen Kindern ist im zweiten Wahlgang in geheimer Abstimmung am Donnerstagabend mit 26 zu 20 Stimmen vom Gemeinderat gewählt worden. Er wurde von den Grünen unterstützt. Der 43-Jährige hat zuletzt im Dresdener Rathaus als Dezernent gearbeitet. Die größte Fraktion in dem Gremium hatte das Vorschlagsrecht für die Besetzung. Drei Kandidaten stellten sich den Stadträten und Zuhörern im Rathaus am Marktplatz jeweils 15 Minuten lang vor. Neben Schmidt-Lamontain hatten sich Anja Folz aus Tripstadt und Martin Adamski, Baudezernent aus Cuxhaven, um die Bürgermeisterstelle beworben. Die Amtszeit im neu geschaffenen Dezernat beginnt im Oktober.

Einen Blumenstrauß gab es dagegen für Stefanie Jansen noch nicht, weil die eigentliche Wahl aus formalen Gründen erst im November stattfinden kann. Doch auch Jansen ist mit 41 Stimmen bei drei Enthaltungen am Donnerstagabend vom Heidelberger Gemeinderat zur Kandidatin für das Amt der Sozialbürgermeisterin gewählt worden. Die aktuelle Sozialdezernentin des Rhein-Neckar-Kreises ist Heidelbergerin, 52 Jahre alt und Mutter einer Tochter. Das Vorschlagsrecht hat die SPD. Die Nachfolgerin von Joachim Gerner soll ihre erste Amtszeit Mitte Januar beginnen.

Außerdem wurden die Absprachen für die Masterplanung des Neuenheimer Feldes diskutiert. Zwei Planungsbüros sollen diese weiterentwickeln. Der Heidelberger Gemeinderat stimmte mehrheitlich für ein konkurrierendes Verfahren. Die Stadtverwaltung hatte das Frankfurter Büro Astoc bevorzugt und wollte die anderen drei Büros der Vorplanungsphase mit einzelnen Ideen weiter einbinden. Nach einem gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen und einzelnen Räten erarbeitet nun das Büro Höger aus Zürich einen Konkurrenzantrag. Die Masterplanung verlängert sich in dieser Phase nun um mindestens ein halbes Jahr. Mit zusätzlichen Kosten im sechsstelligen Bereich wird gerechnet. Stadt und Uni teilen sich die Kosten, die derzeit bei 2,6 Millionen Euro liegen.