Wirtschaft

Benzinpreise

Warum E10 so teuer ist wie Super-Benzin

Mannheim.Wer in den vergangenen zwei Wochen einen Blick auf die Preisaushänge an Tankstellen geworfen hat, dürfte überrascht gewesen sein: Die Liter-Preise von Super-Benzin und E10 sind häufig identisch, der bisherige Abstand von mindestens zwei Cent ist verschwunden. Der Grund ist eine Gesetzesänderung. „Zu Jahresbeginn ist die zu erfüllende Treibhausgas-Minderungsquote im Straßenverkehr von 4 auf 6 Prozent gestiegen. Das erfordert eine höhere Beimischung von teureren Bio-Komponenten wie etwa Ethanol bei Benzin“, erklärt Alexander von Gersdorff vom Mineralölwirtschaftsverband.

Hinzu kommt, dass seit diesem Jahr auch in Dänemark und Ungarn mit Bioethanol versetzte Kraftstoffe verkauft werden – das steigert die Nachfrage und treibt den Preis. Dass mit einer Verteuerung des umweltfreundlicheren Kraftstoffs E10 gleichzeitig der Kaufanreiz wegfalle, sei zu erwarten, sagt Stefan Walter. Der Vorsitzende der Deutschen Bioethanolwirtschaft rechnet damit, dass sich der Preisabstand zwischen Super-Benzin und E10 wieder herstellt. „Ich gehe aber nicht davon aus, dass E10 wieder günstiger wird, sondern der Literpreis von Super etwas anzieht“, sagt Walter.

Alexa Sinz, Sprecherin des ADAC Nordbaden, bedauert die gegenwärtige Entwicklung der Kraftstoffpreise: „Die Angleichung der Preise ist schade, so fehlt der Kaufanreiz für E10. Für den Klimaschutz ist das ein Rückschritt.“ Sinz empfiehlt Autofahrern, die Spritpreise einzelner Tankstellen genau miteinander zu vergleichen, denn die Unterschiede seien zum Teil erheblich. „Generell ist Tanken morgens zwischen 6 und 8 Uhr am teuersten, abends zwischen 18 und 22 Uhr sind die Benzinpreise am günstigsten“, erklärt die Fachfrau. Um kurze Wegstrecken zurückzulegen, eigne sich, so die ADAC-Sprecherin, ohnehin ein anderes Fahrzeug am besten: „Oft ist das Fahrrad am praktischsten.“