Biblis

Historie Frohsinn über viele Jahrzehnte der größte Verein in Biblis / Vorstand stellt immer wieder die richtigen Weichen

125 Jahre den richtigen Ton getroffen

Archivartikel

Biblis.Auf 125 Jahre blickt der Gesangverein Frohsinn in Biblis zurück. Viele Ereignisse haben in dieser Zeit den Verein geprägt. Startschuss für die Erfolgsgeschichte war dessen Gründung am 14. Januar 1894. 29 junge Männer waren zugegen und gaben dem Verein den Namen Frohsinn. St. Cäcilia wurde zur Schutzpatronin erkoren, da man sich dem kirchlichen und weltlichem Gesang widmen wollte.

Ziel der Gründer war es, in einem Dorf von etwa 2000 Einwohnern die Pflege des deutschen Liedgutes und die Gemeinschaft im Kreise von Gleichgesinnten in den Mittelpunkt zu rücken. Hauptinitiator war Valentin Laubner, der erste Vorsitzende des Vereins und zugleich Dirigent. Die Begeisterung war damals sehr groß. Noch im gleichen Jahr fand zu Weihnachten ein erstes Konzert statt. Im August 1900 erfolgte die Fahnenweihe. Diese wurde von den damaligen Bibliser Schwestern gestickt. Eine zweite Fahne wurde später ebenfalls geweiht. Im gleichen Jahr übernahm Lehrer Jung die Chorleitung, die er 24 Jahre ausübte.

Ein herausragendes Ereignis war 1937 der Auftritt des Vereins in der Sendung „Stunde des deutschen Chorgesanges“ im Hessischen Rundfunk. Die Entwicklung des Vereins kam während des Zweiten Weltkriegs zum Erliegen. Ab 1943 ruhte der Singstundenbetrieb ganz.

Erst im Februar 1946 beschlossen 30 ehemalige Sänger, die Vereinstätigkeit wieder aufzunehmen. Während der Zeit des Wirtschaftswunders erlebte der Verein einen kometenhaften Aufstieg. So führte der Frohsinn in eigener Regie Fastnachtsumzüge durch, gründete eine Theatergruppe und ein Karnevalsgremium, wodurch die Mitgliederzahlen schnell anstiegen. Einen großen Dank schickt der Verein an den damaligen Vorsitzenden Nikolaus Wachtel, der den Verein schon vor dem Krieg zum größten Verein im Ort aufbaute.

Eigener Fastnachtszug

Und der Trend ging weiter. Zum 60-jährigen Bestehen 1954 standen 126 Sänger auf der Bühne. 1959 übernahm Markus Wachtel von seinem Vater das Ruder des Vereins. In den folgenden Jahren brachten Theater-, Unterhaltungs- und Singspielabende sowie närrische Maskenbälle stets volle Häuser.

In 1970er Jahren begann eine unstete Zeit für den Verein, da das Vereinslokal nach Jahrzehnten schloss und die Proben in verschiedenen Räumlichkeiten stattfinden mussten. Erst fünf Jahre später fand der Verein sein neues Domizil im Pfarr- und Jugendzentrum, dem heutigen Bürgerzentrum, in dem der Verein seit 44 Jahren probt.

1974 gewann der Frohsinn Werner Stöckel als Dirigenten, der den Verein 35 Jahre leitete und maßgeblich prägte. In Würdigung des kulturellen Verdienstes überreichte die Gemeinde Biblis dem Verein 1980 den ersten Kulturpreis der Gemeinde. 1989 gründete der Frohsinn einen Frauenchor und benannte sich vom Männergesangverein zum Gesangverein um. Vorsitzender Markus Wachtel sowie Dirigent Werner Stöckel waren die „Väter“ des Frauenchors. Wachtel führte den Verein bis 1994 ganze 36 Jahre lang. Auf ihn folgte Karlheinz Platz, der vier Jahre als Vorsitzender aktiv war.

Seit 1999 steht Inge Gölz als Vorsitzende an der Spitze. Sie feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum als Vorsitzende. Im Jahr 2010 wurden drei gleichberechtigte Vorsitzende eingeführt. Diese Regelung gab es nur für drei Jahre, da einer der Vorsitzenden sein Amt zur Verfügung stellte. Seit 2010 ist Hans Seibert als Vorsitzender dabei.

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