Biblis

Politik Ausschuss berät über Beitritt zu Abwasserverband

19 oder 25 Millionen für die Kläranlage

Biblis.Wenn die Mitglieder des Bibliser Haupt-, Finanz- und Sozialausschusses heute Abend (19 Uhr, Rathaus) öffentlich über einen Beitritt ihrer Gemeinde zum Zweckverband „Kommunalwirtschaft Mittlere Bergstraße“ (KMB) beraten, werden zwei Zahlen im Mittelpunkt stehen: 19 und 25 Millionen Euro. Wenn der KMB den Zuschlag für die Abwasserentsorgung von Biblis sowie die Straßenbau- und Erhaltungsmaßnahmen (wir berichteten) bekommt, soll er laut Vertragsentwurf die „Abwasserbeseitigungsanlagen“ der Gemeinde übernehmen – und dafür bezahlen. Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich im Kern die Kläranlage, die längst auch das Groß-Rohrheimer Abwasser reinigt. Wie berichtet tritt Biblis’ Nachbar dem KMB bei.

Auf Nachfrage erklärt David Svoboda, Leiter der Finanzabteilung im Bibliser Rathaus, was es mit der Differenz von etwa sechs Millionen Euro beim Preis für die Kläranlage auf sich hat. Demnach sind – grob zusammengefasst – drei Optionen in der Erörterung.

Option 1: Die KMB bezahlt die Kläranlage bis 2070 in Raten ab. 2020 werden so 1,2 Millionen Euro fällig, in den Folgejahren verringern sich die Raten. Dieses Modell würde die KMB bis zum Schluss durchgerechnet 25 346 748,44 Euro kosten, rund 25,4 Millionen. Verzinsung und Wertsteigerung des Geldes sind hier eingerechnet.

Option 2: Die KMB bezahlt auf einen Schlag die Gesamtsumme von 19 040 499,48 Euro, gut 19 Millionen also. Bei einer sofortigen Komplettzahlung fallen Zinsen und Wertsteigerung nicht an. Vorteil: Die klamme Gemeinde Biblis hätte plötzlich eine Menge Geld. Nachteil: Es entstünden Strafzinsen und Biblis müsste höhere Umlagen abführen, zum Beispiel an den Kreis.

Option 3: Die KMB muss 19 Millionen bezahlen, kann sie allerdings in Raten bis 2070 abstottern. Besonderheit hier: Die Gemeinde hätte während der Ratenlaufzeit das Recht, die Restsumme auf einmal zu verlangen, etwa bei großen Liquiditätsengpässen. Vorteil: Biblis muss, bevor es zwingend notwendig sein sollte, weder höhere Umlagen abführen noch Negativzinsen bezahlen. Nachteil: Auf lange Sicht entgehen der Gemeinde sechs Millionen Euro. Wobei in den Sternen steht, wie sich die Geldmarktpolitik entwickelt.

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