Biblis

St. Bartholomäus Spendenaktion für neue Figuren und Aufbauten läuft weiter / Knapp die Hälfte der benötigten Summe ist bereits vorhanden

Alte Krippe zum letzten Mal zu sehen

Archivartikel

Biblis.Wohl zum letzten Mal wurde das vertraute Krippen-Szenario aus den 1980er Jahren in der Bibliser Pfarrkirche St. Bartholomäus aufgebaut. Denn zu Weihnachten 2020 sollen neue Figuren vor neu gestalteter Kulisse stehen und die Kirchenbesucher erfreuen. In den vergangenen Wochen wurden nach Spendenaufruf und Benefizkonzert schon mehr als 4000 Euro eingenommen: Das ist etwa die Hälfte der Summe, die für die Neugestaltung der Krippe benötigt wird.

Gerne hätte das Team der Krippen-Aufbauer schon in diesem Jahr die neue Heilige Familie aufgestellt. Doch die 40 Zentimeter großen, handgefertigten Figuren, die bereits ausgewählt waren, konnten so kurzfristig nicht mehr geliefert werden. Nun sollen sie jetzt bestellt werden – zu den Konditionen und Preisen aus dem Jahr 2019. Dazu gehört auch ein zehnprozentiger Rabatt. Für die Figuren – Josef, die knieende Maria und das Jesuskind in der Krippe – werden um die 1800 Euro benötigt. Die einzelnen Figuren, um das komplette Krippenszenario zu gestalten, kosten um die fünf- bis sechshundert Euro das Stück.

Wie Pfarrer Ludger M. Reichert schon beim Benefizkonzert für das Krippchen verkündete, hätten sich bereits einige Gemeindemitglieder dazu bereit erklärt, das Geld für einzelne Figuren zu spenden. Auf diese Weise können nun zum Beispiel der Esel im Stall oder ein Hirte gekauft werden. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung spendete den Betrag für die Josefsfigur. Aus dem Benefizkonzert kamen 2485 Euro zusammen. Dieses wurde im November von der Katholischen Kirchenmusik, dem Chor der Pfarrei und dem GV Frohsinn gestaltet. Der GV Frohsinn spendete hierbei 250 Euro für die Krippe. Hinzu kamen bis Mitte Dezember über 1700 Euro an Direktspenden zusammen.

Bilder liegen zur Ansicht aus

Somit liegt der Spendenbetrag bei über 4100 Euro. Damit sind die Kosten für die Heilige Familie und für die Drei Könige auf jeden Fall abgedeckt. Wie die Krippenaufbauer um Heinrich Rettig berichteten, habe ihr Mitstreiter Adolf Ritzert die Figuren für das Krippenszenarium aus dem Katalog kopiert. Diese Bilder liegen im Pfarrbüro aus. So können Gemeindemitglieder sich die Figuren und Preise anschauen und gerne ganze Figuren spenden, das Bild ihrer Figur dürfen sie dann auch mit nach Hause nehmen.

Die alte Krippe hatte Hans Beickert 1984 erstellt. Sie wurde seitdem jedes Jahr in der Kirche für mehrere Wochen aufgebaut. Vor der Kulisse eines Bergmassivs steht der Stall. Dieser und die alten Figuren sind um einiges größer als die neuen. Daneben sind weitere Figuren wie der Engel über dem Stall, die Hirten sowie die Tiere zu sehen, ergänzt von einem Brunnen, einem Lagerfeuer und weiteren kleinen Accessoires, so dass eine ansprechende optische Atmosphäre entsteht. Die ganze Szenerie steht auf schweren Elementen mit Unterbauten und Hintergrund.

Diese massiven Teile machen den älteren Krippenaufbauern immer mehr zu schaffen. Sie müssen die schweren Module aus dem angrenzenden Keller in die Kirche tragen. Manche Teile passen aber nicht durch den nahen Seiteneingang und müssen daher an der Kirche entlang zum größeren Haupteingang getragen werden. Der gesamte Aufbau dauert über drei Stunden, der Abbau geht mit zwei Stunden etwas schneller.

Mit den neuen Figuren soll nun auch der Aufbau leichter fallen. Die Module für den Unterbau und den Hintergrund werden neu gefertigt. Deshalb steht das Helfer-Team mit einem Krippenbaumeister aus Biblis in Kontakt. Gemeinsam soll alles geplant werden. Der Stall wird ebenfalls neu konzipiert. Denn die neuen Figuren haben eine orientalische Gestaltung. Daher wollen sie auch das Ambiente des Hintergrundes und die Landschaft entsprechend anpassen. Der Krippenbaumeister gab ihnen zudem den Tipp, dass Josef mit seinen 40 Zentimetern die größte Figur im Ensemble sein sollte. Alle anderen Figuren könnten etwas kleiner ausfallen. Das sei gut für die Perspektive. Das ganze Vorhaben mit Figuren und neuem Unterbau, Hintergrund, Stall und weiterem Zubehör wird zwischen 8000 und 10 000 Euro kosten. Knapp die Hälfte ist zwar schon durch Spenden gedeckt.

Doch weitere finanzielle Unterstützung ist notwendig. Daher würden sich die Krippenaufbauer über weitere Spender freuen, die helfen, das Projekt zu ermöglichen. Ein Spendenkonto ist ebenfalls vorhanden. Weiterhin wird es Benefizaktionen für die Krippe geben, vermutlich auch wieder ein Konzert.

Die alte Krippe bleibt noch bis Sonntag, 2. Februar, in der Kirche St. Bartholomäus stehen. Einen Tag später wird sie abgebaut – zum letzten Mal.

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