Biblis

Landwirtschaft Auch die Tiere auf den Höfen leiden unter den hohen Temperaturen / Bauern bemühen sich um Linderung

Andauernde Hitze lässt die Milch versiegen

Biblis.Dass Tier und Mensch sich ähnlich sind, ist kein Geheimnis. Dass das Vieh mit Fell und Feder an heißen Tagen genauso oder noch mehr als wir Menschen unter der Hitze ächzt, bestätigen Landwirte aus der Region.

„Den Kühen ist es aktuell viel zu warm“, sagt Sebastian Glaser, der seinen Hof mit Vieh in Nordheim hat. „Die optimalen Temperaturen, bei der sich die Kühe wohlfühlen, sind etwa 10 bis 15 Grad Celsius. Das liegt daran, dass die Kühe im Verhältnis zu ihrer Oberfläche ein sehr großes Volumen haben“, erklärt Glaser. Sie haben also verhältnismäßig wenig Fläche, an der sie schwitzen, und so ihre Temperatur regulieren können. Wichtig ist, dass genügend Wasser für die Tiere vorhanden ist. „Normalerweise trinkt eine Kuh etwa 80 bis 100 Liter am Tag. Bei dieser Hitze sind es 120 bis 150 Liter“, erklärt Glaser.

Zusätzlich dazu, dass er immer genügend Wasser bereithält, sorgt er auch dafür, dass immer genügend frische Luft in den Stall kommt. Im Stall gibt es verschiedene Bereiche. Die Kühe können hier auch liegen. Hier kümmert sich Glaser darum, dass jeden Tag frisches Stroh vorhanden ist. Wichtig ist aber besonders, dass die Tiere ihre Ruhe haben.

Wärme stresst Kühe

Die Hitze alleine stresst das Vieh schon genug. „Bei diesem Wetter geben die Tiere etwa 20 Prozent weniger Milch“, sagt Glaser. Wenn man bedenke, dass die Kuh durch das Geben ihrer Milch täglich auch schon wieder etwa 30 Liter Wasser verliert, sei das vorstellbar. Fragt man Glaser nach einem Wunsch für das Wetter der nächsten Tage, zögert er nicht lange: „Mir wäre es recht, wenn es drei Nächte in Folge mal wieder richtig durchregnen würde.“

„Es ist einfach zu warm für unsere Hühner!“, stellt auch Landwirtin Dagmar Ochsenschläger fest. Auf dem Wattenheimer Hof, den sie gemeinsam mit ihrem Mann Siegbert führt, gibt es für ihr Federvieh allerdings jede Menge Schattenplätze. Unter landwirtschaftlichen Zugmaschinen auf dem Hof bieten sich viele kühle Rückzugsmöglichkeiten an. „Für die Tiere ist es außerdem sehr wichtig, dass genug zu trinken da ist“, so Ochsenschläger. Die Hühner bekommen bei diesem Wetter unter anderem eingeweichtes Futter. Das sei bei der Hitze einfach besser zu schlucken und versorge durch das darin vorhandene Wasser die Tiere dabei auch gleich wieder mit Flüssigkeit. Beim „Hühnermobil“, dem Zuhause der Hühner, sind zudem alle Türen offen „damit es einen Durchzug gibt“. Den Hühnern geht es einfach wie den Menschen, frische Luft und regelmäßiges Lüften schaden insbesondere bei der Hitze nicht. Ebenso sind unter den Lege-Nestern des Federviehs Holzkeile angebracht worden, so dass kein Hitzestau entsteht.

Abkühlung ersehnt

Dagmar Ochsenschläger hat einen dringenden Wunsch: „Regen!“ Die tierisch heißen „Hundstage“, die sich von Ende Juli bis Ende August erstrecken, sind in circa zwei Wochen vorbei. Mit Blick auf die aktuelle Wettervorhersage sieht es momentan nach einem Ende der Hitzewelle und sogar auch nach Schauerregen aus – Mensch und Tier wird’s freuen.

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