Biblis

Kernkraft Transport in diesem Frühjahr

Atommüll kehrt im Frühjahr nach Biblis zurück

Archivartikel

Biblis.In diesem Frühjahr werden sechs Castoren vom Typ Castor HAW28M mit verglasten Atomabfällen aus der englischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield ins Brennelemente-Zwischenlager nach Biblis transportiert. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hat dafür am Freitag die Genehmigung erteilt. Der genaue Termin und die Route für den Transport wird aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben.

Mit der Organisation und Durchführung dieses Transports haben die Kernkraftwerksbetreiber die Gesellschaft für Nuklear-Service mbH (GNS) beauftragt, die hierfür mit weiteren Firmen zusammenarbeitet. Laut GNS werden die Behälter zunächst auf der Schiene von der Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield zu einem englischen Seehafen gebracht, wo sie auf ein Spezial-Schiff für den Transport verladen werden. Von dort aus dauere die Reise bis ins Zwischenlager in Biblis rund eine Woche, sagt der GNS-Sprecher auf Nachfrage. Die in Sellafield an den beladenen Behältern vorgenommenen Messungen hätten bestätigt, dass die zu erwartende Strahlenbelastung von Bevölkerung, Transport- und Begleitpersonal während des gesamten Transports weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liege und damit keine Gefährdung für Mensch und Umwelt darstelle.

In einem deutschen Hafen werden die Castoren auf spezielle Eisenbahnwaggons umgeladen. Dabei werden laut GNS Messungen an allen Behältern vorgenommen, bevor die letzte Etappe auf der Schiene angetreten werden darf. Der Zug mit sechs Behältern fährt vom Hafen bis nach Biblis auf das Kraftwerksgelände. Dort werden die Behälter abgeladen und ins Zwischenlager gebracht. Die hierfür verwendeten Kräne und Fahrzeuge seien für Handhabungen von leeren und beladenen Brennelementbehältern mit vergleichbaren Abmessungen ausgelegt und am Standort bereits vielfach bewährt. Die für den Rücktransport verwendeten Behälter sind nach Auskunft eines GNS-Sprechers jeweils 120 Tonnen schwer und mehr als sechs Meter lang. Die Behälter werden im Brennelemente-Zwischenlager abgestellt. Nachdem die für die Zwischenlagerung erforderlichen zusätzlichen Deckel montiert worden sind, kommen die Castoren an ihren Stellplatz und werden an das Überwachungssystem angeschlossen, das die Dichtigkeit überprüft.

Zum Hintergrund des Rücktransports: Von 1976 bis 2005 war in Deutschland die Wiederaufarbeitung von Brennelementen ein gesetzlich vorgesehener Entsorgungsweg. Dazu hatten die deutschen Kernkraftwerksbetreiber Verträge mit den Wiederaufarbeitungsanlagen abgeschlossen. Die beteiligten Unternehmen haben sich zur Rücknahme des anfallenden radioaktiven Abfalls verpflichtet. Nach dem Atomgesetz haben die Energieversorger dafür zu sorgen, dass der Atommüll aus der Wiederaufarbeitung zurückgenommen und in Zwischenlager in Deutschland transportiert wird. red/ps

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional