Biblis

Geschichte Drittklässler der Nordheimer Steinerwaldschule sehen sich im Burg Stein Museum um / Thema Wohnen und Heimat auf dem Stundenplan

Auf den Spuren von Obelix und den alten Römern

Archivartikel

Biblis.„War das Obelix?“, fragte ein Drittklässler beim Rundgang durchs Burg Stein Museum und zeigte auf die leere Römerrüstung. Der Schüler vermutete, dass die berühmte gallische Comic-Figur dank ihrer legendären Schlagkraft den Römer einfach aus seiner Rüstung gehoben hatte. Für die Drittklässler der Steinerwaldschule Nordheim/Wattenheim gab es bei ihrem Ausflug viel zu entdecken.

Zuerst machten alle drei Klassen einen Rundgang durch das Museum von der Urgeschichte bis hin zur Keltenzeit. Die Rüstungsmodelle gefielen den Jungs am Besten. „Lebte Obelix wirklich?“, lautete die nächste Frage an Günter Mössinger, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte Nordheim. Der meinte: „Es gab sicherlich einen Stammesführer mit diesem Namen.“ Der Schüler warf sofort ein: „Aber der war bestimmt nicht so stark.“

Ein Schüler überlegte, ob die Ritterrüstung von einem Tempelritter stammen könnte und lernte, dass diese erst etwas später in Erscheinung traten. Lehrerin Sara Jäger ging es eigentlich um die Großgemeinde Biblis. Im Sachunterricht haben sich die Drittklässler näher mit Biblis, Nordheim und Wattenheim als Wohnort und Heimat befasst. Die Kinder wurden von den ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern Günter Mössinger, Kurt Dinges, Rüdiger Glaser und Gisela Gibtner in zwei Gruppen aufgeteilt und bekamen eine anschauliche Führung durch die Zeitgeschichte. „Neu dazu gekommen sind Erkenntnisse aus dem Frühmittelalter“, so Mössinger.

Er erklärte den Kindern, dass Biblis einst ein Königsgut gewesen sei und zeigte dazu nachgestellte Bilder. Die Schüler waren erstaunt, dachten sie doch, es handele sich um ein Schloss. „Das Königsgut diente der Versorgung des Königshofes, und Biblis war eines der größten und ertragsreichsten hier in der Region“, sagte Mössinger. Daher sah das Königsgut wie ein landwirtschaftlicher Betrieb aus.

Für die Kinder ging es weiter zur landwirtschaftlichen Sammlung der Familie Dinges, dort erfuhren sie, was ein typischer Bauernhof so alles brauchte und wie früher die Äcker bewirtschaftet wurden. Sie lernten, wie die Bauern damals pflügten und bekamen gezeigt, wie man einst die Saat ausstreute, wie man erntete, das Erntegut transportierte und lagerte.

Im Museum ging es mit der Römerzeit weiter, anhand des Modells eines Marschlagers sahen die Kinder, wie die Römer sich hier niederließen, um den Rheinübergang ins Wormser Hinterland zu sichern. Die römische Herrschaft brachte zudem die Burg Stein ins Spiel, „ein herausragendes archäologisches Denkmal europäischen Ranges“, bemerkte Mössinger.

Handarbeit als Abschluss

Die Geschichte der Burg Stein wurde den Schülern in der Zeit des Mittelalters nähergebracht. Wie lebten die Ritter in der Burg, was bedeutete der Ritterstand, wie wurde man zu einem Ritter und wie sah dessen Rüstung aus? Schließlich war noch Handarbeit angesagt, denn nun konnten die Kinder einiges zur Textilherstellung lernen. Zum einen gab es Anschauungsmaterial zu früheren Stoffen, zum anderen lag Schafswolle bereit, die die Drittklässlern zu einem Faden verarbeiteten.

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