Biblis

Tradition Bibliser Nachwuchs erinnert an die Mantelteilung

Aus einem Soldat mit Plüschpferd wird St. Martin

Biblis.Dauerregen machte zwar den Kindern nichts aus, allerdings hatten Ross und Reiter für den Martinszug in Biblis abgesagt. Doch der Stimmung tat dies keinen Abbruch, Hauptsache, die Jungen und Mädchen konnten ihre leuchtenden Laternen durch die Straßen tragen. Außerdem standen gleich mehrere kleine Heilige in der St. Bartholomäuskirche bereit.

In diesem Jahr führten die Vorschüler der Kitas Sonnenschein und Pusteblume das Martinsspiel gemeinsam auf. Bislang hatten die beiden Einrichtungen die Aufgaben aufgeteilt: Die Pusteblume kümmerte sich um die Aktion vor der Kirche, der Sonnenschein für die Aktivitäten in der Kirche. Diesmal fand eine engere Zusammenarbeit statt und die Aufgaben wurden neu verteilt. Dazu gehörte auch, dass die Vorschulkinder das Martinsspiel gemeinsam darboten.

Über dreißig Kinder nahmen an der Aufführung um den Heiligen Martin teil. Die Jungen und Mädchen waren als Soldaten verkleidet, es gab gleich mehrere Bettler und mehrere Heilige samt Pferdekostümen. Schön war in diesem Jahr, dass St. Martin in verschiedenen Phasen dargestellt wurde: als Soldat, der seinen Mantel teile für den frierenden Bettler, und später dann als Bischof. „Der Heilige Martin lehrte und lebte uns die Liebe zu Gott und den Mitmenschen vor. Als Bischof verkündete er den Glauben an Jesus Christus“, so Pfarrer Ludger M. Reichert, der zu Beginn mit den jungen Mimen in die dunkle Kirche einzog. Einzig die Kerzen in den Händen der Kinder und die leuchtenden Laternen der Besucher erhellten das Gotteshaus. Dann folgte die Aufführung mit dem Soldaten Martin, der durch Schnee und Kälte ritt und mit seinem Pferd vor einem frierenden Bettler hielt. Er sah das Leid und teilte seinen warmen Mantel in zwei Teile, so dass der Bettler sich mit einem Teil bedecken konnte.

Schließlich ging es nach draußen, von der Kirche aus in den nahen Schulhof, vorbei am Akkordeonorchester der Spielgemeinschaft Lampertheim/Bürstadt, und in einem großen Bogen zurück in den Schulhof. Dort kümmerte sich die Kita Sonnenschein um die Bewirtung. Das Martinsfeuer wurde vom Bauhof der Gemeinde vorbereitet, die Feuerwehr passte auf. Die Martinsbrezeln waren eine Spende von Moritz Försch, dem Vater eines Wattenheimer Kindergartenkindes, der sämtliches Backwerk für alle Umzüge in Biblis, Nordheim und Wattenheim gespendet hatte.

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