Biblis

Kommunalpolitik Ausschuss diskutiert künftige Entwicklung

Biblis braucht Wohnungen und mehr Platz in den Kitas

Archivartikel

Biblis.Die Zukunft der Gurkengemeinde war Thema im Bau-, Gewerbe-, Landwirtschafts- und Umweltausschuss in Biblis. Zum einen ging es um die Fortentwicklung des Regionalplans, zum anderen um künftige Kindergartenplätze.

Die Prognosen für Biblis, die im Zuge der Vision Bergstraße vorgestellt wurden, sehen einen zusätzlichen Bedarf von 400 bis 500 neuen Wohnungen bis zum Jahr 2030. Im Gespräch sind dafür rund 14 Hektar Fläche. „Das wäre eine große Herausforderung für uns, so viel zusätzliches Bauland vorzuhalten“, stellte Bürgermeister Felix Kusicka fest. Er gab den Parteien einige Fragestellungen mit, zu denen er gerne ein Feedback bis zur nächsten Sitzungsrunde im Oktober hätte.

Fragen zur Baulandentwicklung

Zum einen geht es um die Frage, ob die Gemeinde selbst Bauland kaufen und entwickeln sollte. Kusicka gab dabei zu bedenken, dass ihm dafür das Personal fehlt. Kann die Gemeinde mögliche Areale, die zum Teil noch Privatleuten gehören, im Zuge eines Umlegeverfahrens trotzdem entwickeln? Das ist eine weitere Frage, die Kusicka den Parteien ins Stammbuch schrieb. Weiter sollten die Politiker überlegen, wie die Gemeinde sich zu Bauträgerprojekten auf privaten Arealen verhalten soll – wenn sie keinen Einfluss auf die Art und Weise des Bauens hat.

Wie sieht es zudem bei der innerörtlichen Verdichtung aus? Soll die Gemeinde hier die Bebauungspläne im Vorfeld bezahlen und über einen längeren Zeitraum oder erst bei tatsächlichem Bauen das Geld zurückfordern?

Zudem gibt es einige Areale im Ort, für die alte, aber nie umgesetzte Bebauungspläne bestehen. Ein Beispiel hierfür ist das brachliegende Barth-Gelände, wo früher eine Möbelfabrik stand. „Hier sollten einmal Wohngebäude errichtet werden, die jetzt nicht mehr zeitgemäß sind. Darf die Verwaltung den alten Bebauungsplan aufheben und einen neuen erstellen, wenn dies eine weitere städtebauliche Entwicklung zum Ziel hat?“, fragte der Bürgermeister.

Neubau empfohlen

Auch bei den Kindertagesstätten muss sich die Gemeinde Gedanken machen. „Bisher konnten wir zeitgerecht auf die gesetzlichen Herausforderungen reagieren und konnten immer Übergangslösungen finden, wenn es mehr Kinder gab“, erklärte Kusicka. Die aktuell vier Einrichtungen können mit altersübergreifenden Gruppen flexibel belegt werden. Doch es gibt nicht genug Platz für das Mittagessen und die Ruhemöglichkeiten. Eine Erweiterung der bestehenden Kitas sei nicht möglich.

„Wir sprechen hier nicht über einen Neubau in ferner Zukunft, sondern über ein Projekt, das wir bis 2020 oder 2022 realisieren müssen“, betonte der Bürgermeister. Gleichfalls gab er zu bedenken, dass die alten Kitas teilweise renoviert werden müssten, und fragte laut, ob sich nicht ein kompletter Neubau eher lohne.

In einem neuen Wohngebiet sollte zudem auch gleich eine Kita entstehen, so seine Ansicht. Dem Beschluss, frühzeitig die Voraussetzungen für einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung in Biblis zu schaffen, stimmten alle zu. Lediglich von der Freien Liste Biblis gab es eine Enthaltung.

Die Benennung der Verbindung zwischen der neuen und der alten Nato-Straße in Nordheim stand ebenfalls auf der Tagesordnung. Inzwischen hat Heimatforscher Günter Mössinger bestätigt, dass die Gemarkung dazwischen „Herdgewann“ heißt und die Straße seit langer Zeit von den Nordheimern als „Herdweg“ bezeichnet wird. Jetzt gilt es, den Namen offiziell zu machen – auf einem Straßenschild. Dann könne die Straße auch mit Navis gefunden werden. Denn dort sind einige Vereine ansässig. Dem stimmten alle Mitglieder zu.

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