Biblis

Kulturreihe Musikbühne Mannheim bringt Märchenfiguren auf die Bühne des Bürgerzentrums / Kinder der Schule in den Weschnitzauen spielen mit

Bibliser Waldtiere unterstützen Schneewittchen

Archivartikel

Biblis.„Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“, fragte die böse Königin. Und auch in Biblis wissen die Leute Bescheid: „ Schneewittchen ist tausendmal schöner als ihr“, riefen die Zuschauer im Bürgerzentrum im Chor. Damit begann der Reigen um „Schneewittchen und die sieben Zwerge“, das die Musikbühne Mannheim als Musical aufführte – mit dabei fünfzehn Grundschüler aus Biblis.

Die Musikbühne Mannheim ist seit vielen Jahren regelmäßig bei der Kulturreihe der Gemeinde Biblis zu Gast. 2014 stand „Schneewittchen“ schon einmal auf der Bühne des Bürgerzentrums. Nun kommt das Musical zurück, allerdings in überarbeiteter Form. So wurde der Anfang neu gestaltet, bei dem die Königin im Ankleidezimmer ihre Diener umher scheucht, beschimpft und Schuhe durch die Luft fliegen. Damit soll der schlechte Charakter der Königin für die Kinder skizziert werden, berichtete der Autor und Regisseur Eberhard Streul aus Berlin. Natürlich sei aber weiterhin darauf geachtet worden, dass die jungen Zuschauer keine Angst bekommen sollen, vor allem bei der Szene im Wald, als der Jäger Schneewittchen töten soll. Das Stück sei schon über 225 Mal aufgeführt worden und erfreue sich großer Beliebtheit. In Biblis gab es dazu noch eine echte Premiere: Valerie Wilhelm war zum ersten Mal in der Rolle des Schneewittchens zu sehen, wie der Regisseur verriet.

Den Anfang machte aber die böse Königin mit ihrem Gesangsauftritt. Mit ihrem Spiegel schimpfte sie: „Warum kränkst du mich? Du lügst!“ Und beschloss: „Ich halte das nicht aus, ich bring sie um.“ Also schickte sie Jäger Bernhard los, der es aber nicht über das Herz brachte, das Mädchen zu töten. Schneewittchen irrte also allein durch den Wald. Doch da schauten gleich neugierige Augen um die Ecke: Neun Waldtiere und ein Pilz – im wahren Leben Grundschüler aus Biblis – boten der traurigen Prinzessin Schutz und Geborgenheit.

„Ich spiele ein Reh“, berichtete Mia-Emily vor der Aufführung. „Und ich einen Hasen“, ergänzte ihre Freundin Lea. Sie hatten sich in der Schule und auch zu Hause die Musik zum Stück angehört und für ihren Auftritt geübt. Sie mussten aber weder singen noch sprechen. „Wir sind ganz schön aufgeregt“, meinten die beiden Viertklässlerinnen – und hörten dann gebannt dem Stück zu. Sobald ihr Stichwort fiel, sausten sie hinter die Bühne, um sich als Tiere zu verkleiden.

Hase, Reh und ein Pilz

„Die meisten Kinder sind aus dem Schulchor“, erzählte Lehrerin Nora Snaschel. Fünfzehn Jungen und Mädchen spielten mit, von der ersten bis zur vierten Klasse. Im Unterricht übte Snaschel mit den Kindern. Sie sprachen gemeinsam über die Szenen und auch über die zugehörige Musik. Die neun Waldtiere und der Pilz kamen am Ende des ersten Aktes an die Reihe, die fünf jungen Zwerge erschienen im zweiten Akt. Gemeinsam mit zwei Musicaldarstellern machten sie die sieben Zwerge komplett. „Wir sind außen klein und innen groß und stark“, sangen sie, als sie mit Stirnleuchte und Spitzhacke durch den Saal marschierten. Die Kinder stimmten beim Refrain mit ein.

Auf der Bühne entdeckten sie Schneewittchen in ihrem Häuschen. Und obwohl sie zuerst noch sangen, dass sie vor nix und niemand Angst hätten, rief Zwerg Pimpel: „Da mach ich mir jetzt ganz schön in die Hose.“ Schneewittchen lebte sich aber gut bei den Zwergen ein, doch damit gab es noch kein Happy End. Denn bekanntlich verriet der Spiegel der Königin: „Schneewittchen hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen ist tausendmal schöner als ihr.“

Somit fieberten die Kinder kräftig weiter mit, sahen, wie Schneewittchen von der verkleideten Königin vergiftet wurde. Und dass am Ende ein „holder Recke“ die schöne Prinzessin retten konnte. Ende gut – alles gut.

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