Biblis

Ortsbeirat Bürgermeister wirbt in Wattenheim um Teilnahme beim Workshop „Digitales Dorf“

Blitzgerät soll Lkw im Ort erfassen

Archivartikel

Wattenheim.„Ich weiß, dass es in den Ortsteilen den Wunsch nach einem Supermarkt gibt, doch das ist wohl eher unrealistisch“, sagte Bürgermeister Felix Kusicka zu Beginn der jüngsten Sitzung des Wattenheimer Ortsbeirats. Selbst ein Supermarkt für beide Ortsteile zusammen würde sich – aus Sicht eines Betreibers – wohl nicht rechnen. Da werde knallhart kalkuliert. Mit dieser Vorbemerkung stieg der Bürgermeister in das Thema „Digitales Dorf“ ein.

Wie lässt sich die Grundversorgung speziell für ältere Menschen ohne Auto sicherstellen, wenn der letzte Bäcker oder Metzger im Ort auch noch verschwunden sind. Das digitale Dorf ist eine Idee des Fraunhofer Instituts. Mittels Smartphone soll hier die Dorfkommunikation mit einem Online-Marktplatz verbunden werden.

Nordheim und Wattenheim seien ideale Kandidaten für die Teilnahme an dieser Idee, ist sich Kusicka sicher. In einer entsprechenden App gebe es die Plattformen „Bestellbar“ und „Lieferbar“. Das sei eine Online-Plattform, bei der man sich beispielsweise Lebensmittel bei Händlern vor Ort oder in der nahen Region bestellen kann. „Dazu bedarf es aber noch ehrenamtlicher Helfer, die die bestellte Ware dann zu den Kunden nach Hause bringen“, sagte Kusicka. Beispielsweise könne ein Helfer bei seiner Fahrt zum Lebensmittelmarkt mithilfe der App sehen, ob jemand eine Bestellung habe, die er mitnimmt. „Dann gibt es aber auch noch das wichtige Detail der Kommunikation: Kann ich dir etwas mitbringen?“, fügte Kusicka an. Kritiker mögen anmerken, dass speziell ältere Menschen heute nur wenig mit Apps und Smartphones agieren. „Doch was ist in zehn oder 15 Jahren? Diese Generation hat gelernt, mit digitalen Geräten und Medien umzugehen“, schaut Kusicka in die Zukunft. Er riet daher dem Ortsbeirat zur Teilnahme an einem gemeinsamen Workshop im neuen Jahr.

In zwei Richtungen messen

Zweites Thema der Sitzung war der übergeordnete Begriff „Verkehrsangelegenheiten“. Da Wattenheim, im Gegensatz zu Nordheim, keine Umgehungsstraße hat, ist die Rheinstraße (L 3261) die Hauptdurchgangsstraße. Das verleitet vor allem Lkw, diese Strecke immer wieder als Abkürzung zu nutzen – von Worms in Richtung Gernsheim. „Wenn wir dort kontrollieren, kommt spätestens nach zwei Stunden kein Lkw mehr. Dann hat es sich herumgesprochen. Das kann nicht die Lösung sein. Wir wollen daher in Wattenheim ein neues Blitzgerät installieren“, sagte Kusicka.

Die zwei bisherigen Anlagen an den Ortseingängen sollen durch ein einziges, das in beide Richtungen messen kann, ersetzt werden. Außerdem wird festgehalten, ob Lkw durchfahren. Landwirtschaftliche Fahrzeuge werden später bei der Sichtung der Aufzeichnungen aussortiert.

Ein weiteres Problem ist zudem die Toll Collect Säule im Norden von Biblis an der B 44. Viele Lkw-Fahrer versuchen diese zu umfahren. Er habe schon mehrfach gefordert, dass es nur Sinn mache, wenn noch weitere Säulen auf der B 44 zwischen Lampertheim und Bürstadt sowie zwischen Biblis und Gernsheim installiert würden, so Kusicka.

Weitere Themen bei der Sitzung waren die Verlängerung des Zeitintervalls der Fußgängerampel, die Anbringung des Geschwindigkeits-Smileys in der Rheinstraße und das Aufstellen eines Mülleimers mit Hundekot-Beuteln. „Wenn, dann sollte der Standort im bebauten Bereich sein. Draußen im Freien verführt dies nur dazu, dass die gefüllten Beutel in die Natur geworfen werden“, so Kusicka.

Weitere Mitteilungen waren: Die Installation eines Internet-Hotspots geht nur mittels eines Glasfaseranschlusses. Wie aus dem Ortsbeirat zu hören war, werde der öffentliche Bücherschrank sehr gut angenommen. Beim Thema Neubaugebiet sehe es für Wattenheim derzeit schlecht aus, so der Bürgermeister. In Hofheim sei eines genehmigt worden, weil der Lampertheimer Stadtteil mit seinem Bahnhof einen besseren ÖPNV-Anschluss (Nibelungenbahn) habe.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional