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Offene Gartenpforte II Alter Pfarrgarten in Wattenheim betört am 8. und 9. Juni mit seiner Schönheit und vielseitigem Programm

Blühendes Kleinod verzaubert

Archivartikel

Wattenheim.Ein besonderes Kleinod gibt es bei den Tagen der „Offenen Gartenpforte Hessen“ in Wattenheim zu entdecken. Der alte Pfarrgarten, der lange Zeit vernachlässig im Dornröschenschlaf lag, wird seit zehn Jahren von Ehrenamtlichen des „Projekts Schöner Pfarrgarten (PSPG)“ um Initiator Walter Lauseker gehegt und gepflegt. So entstand im Schatten des Kirchturms eine 700 Quadratmeter große grüne Wohlfühloase, die bereits zwei Mal ausgezeichnet wurde.

„Wenn ein 120 Jahre alter großer katholischer Pfarrgarten nicht mehr richtig gepflegt wird, ist das ziemlich schade“, so Walter Lauseker. Deshalb setzten sich fünf Frauen und 18 Männer vor zehn Jahren das Ziel, mit „Leib und Seele“ das Dasein des Wattenheimer Pfarrgartens gründlich zu ändern. Damit wurde das „Projekt Schöner Pfarrgarten (PSPG)“ geboren. Seit April 2009 wird in regelmäßigen Abständen nun fleißig im Garten gearbeitet.

„Dank etlicher Sponsoren, die Rindenmulch, Farbe, Blumen und Sträucher gespendet haben sowie die Reparatur der Gartenmauer ermöglichten, wurden seit dieser Zeit rund 1300 freiwillige Arbeitsstunden von Ehrenamtlichen geleistet“, berichtet Lauseker.

Zu Beginn hatten Helfer das wuchernde Efeu an der Pfarrgartenmauer entfernt, Bäume und Sträucher geschnitten oder neu gepflanzt, einen Holzzaun hinter der Remise errichtet sowie Rasenkantensteine gesetzt. Des Weiteren wurde ein Steingarten mit verschiedenen Blumen sowie einem Kreuz darauf angelegt. Auch neun Blumenkübel und ein Sandsteintrog in der Mitte des Gartens, die je nach Jahreszeit bepflanzt werden, sind hier zu finden. Ein Sandsteinrelief mit Emblem vom Bistum Mainz, diverse Reliefs von der Gottesmutter, von St. Christophorus oder der Taufe des Johannes zieren heute den Garten.

Stelen sind ebenso zu finden. Auf einer steht eine Laterne mit Kerze, eine andere ist in zwei Teile zerbrochen, fügt sich aber kunstvoll in eine Blumenbepflanzung ein. Drei Stelen bilden eine Einheit im Garten, an der „Liebe“ geschrieben steht. Die Helfer haben zudem Schilder mit den lateinischen und deutschen Namen von Bäumen und Pflanzen im Garten aufgestellt, so dass nicht gerätselt werden muss, um was es sich handelt.

Alte Bäume, Blumen und Sträucher umrahmen die zentrale Rasenfläche. Garten, Kunst und Natur verweben sich harmonisch im Wattenheimer Pfarrgarten.

„Ein großer Erfolg war für uns 2013, als wir eine Beschreibung des Projektes und Bilder zur Bistumszeitung „Glaube und Leben“ eingesandt haben und nun zu den zehn schönsten Pfarrgärten im Bistum Mainz zählen“, erzählte Lauseker freudig. Hinzu kam 2016 die Auszeichnung mit dem Umweltpreis für den Pfarrgarten durch das Bistums Mainz.

Der Pfarrgarten ist nicht nur zu den Tagen der „Offenen Gartenpforte“ zu besichtigen. Das ganze Jahr über werden hier Aktionen veranstaltet. Zwei bis drei Gottesdienste finden im Jahr unter freiem Himmel statt, ebenso das Pfarrfest. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung trifft sich hier zu Singabenden, genauso wie die Messdiener. Seit 2012 gibt es Veranstaltungen mit Firmlingen im Garten. „Mit den Firmlingen haben wir ein großes Insektenhotel gebaut“, erklärt Walter Lauseker.

Zu Gottesdiensten dient der Pfarrgarten als Durchgang für die Bewohner südlich der Rheinstraße. Auch zu den Öffnungszeiten der Bücherei sowie des Pfarrsekretariats ist der Pfarrgarten zu begehen. „So konnten wir eine Oase mitten im Dorf bei der Kirche schaffen, ein kleiner Park, der von der Bevölkerung gut angenommen wird“, resümiert Lauseker.

Zu den Tagen der „Offenen Gartenpforte Hessen“ gibt es noch mehr im Pfarrgarten zu entdecken: So stellt Heinz Schader seine Glaskunstwerke aus, der NABU informiert über Bienen und und die Bücherei ist mit einem Buchflohmarkt dabei. Dazu gibt es Kaffee und Kuchen.

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