Biblis

Sportanlagen Golfplatz Wattenheim öffnet wieder und beschäftigt Mitarbeiter im Schichtbetrieb

Buchungssystem überlastet

Archivartikel

Biblis.Seit einer Woche haben die Golfanlagen in Hessen wieder geöffnet. Nach dem Saarland und der Pfalz, die bereits 14 Tage früher dran waren, dürfen nun auch in Biblis-Wattenheim wieder Golfer ihrem geliebten Hobby – unter Einhaltung der Hygienevorschriften – nachgehen.

Um die Vorschriften zu erfüllen, waren umfangreiche Vorbereitungen nötig, berichtet Manager Jens Rzepka: „Es traf uns nicht unvorbereitet.“ Denn mit seinem Team hat er schon bei der Wiedereröffnung in Dackenheim in der Pfalz ausgeholfen – einer Schwesteranlage unter dem Dach von „Golf absolute“.

Golf absolute betreibt elf Anlagen in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden Württemberg und dem Saarland. Um die Hygienestandards zu erfüllen, dürfen die Spieler die Fahnenstangen nicht anfassen, und in den Sandbunkern wurden die Rechen entfernt. Der Waschplatz für die Schläger ist noch geschlossen, also werden die Bälle auf der Runde nicht gereinigt. Auf den Übungsanlagen fehlen die Fahnen, außerdem bleiben die Fitnessräume und Duschen bis auf Weiteres zu.

Vier Wochen Kurzarbeit

Nach vier Wochen Kurzarbeit arbeiten in Wattenheim die Angestellten nun im Schichtbetrieb: Im Sekretariat genauso wie bei der Pflegemannschaft. „Wir wollen unsere Mitarbeiter schützen und können uns einen Totalausfall unseres Personals nicht leisten“, erklärt Geschäftsführer Dirk Weiland. Zudem wurden alle Sekretariate mit Spuckschutz ausgestattet. Damit möglichst wenige Golfer das Clubhaus betreten, werden diese – nur nach telefonischer Voranmeldung – bereits vor dem Clubhaus vom Personal in Empfang genommen und eingewiesen. Abstandsmarkierungen, Handdesinfektionsmittel und Hinweisschilder weisen auf die Regelungen hin. Laut Managementmitarbeiterin Ilse Werner „läuft alles sehr, sehr gut“. Die Abstände würden eingehalten und das Clubhaus nur in dringenden Fällen aufgesucht. Das problemlose Miteinander kommt nicht von ungefähr: Denn zum Golfsport, der auch als „Gentleman’s Game“ bezeichnet wird, gehört die Golfetikette unverzichtbar dazu. Sie beinhaltet Verhaltensregeln und Vorschriften zur Einhaltung der Sicherheit. Im Grunde geht es bei der Etikette um Respekt und Rücksichtnahme. Genau dies wird während der Coronazeit von allen Menschen gefordert.

Auch wenn das Buchungssystem wegen des Ansturms kurzzeitig in die Knie ging und bei manchen Golfern schon Entzugserscheinungen zu beobachten waren, läuft der Betrieb wieder reibungslos. Der grünen Spieloase ist die Pause sichtlich gut bekommen. Die Spielbahnen liegen wie grüner Samt in der Sonne und machen Laune, mit 14 Schlägern hinter dem Ball herzulaufen. Hundebesitzer, Spaziergänger, Radfahrer und Erholungssuchende müssen sich die Idylle wieder mit den Sportlern teilen.

Dass es immer wieder zu Vandalismus kommt, finden die Verantwortlichen sehr bedauerlich. Gläserne Abschlagstafeln wurden mutwillig zerstört sowie Schilder herausgerissen und in den Teich mit 17 Koi-Karpfen geworfen. Mit Fahrrädern sind die Täter über den empfindlichen Rasen gefahren und in Sandbunker gesprungen. Mittlerweile hat der Golfpark Anzeige erstattet und die Polizei fährt Streife.

Zur Freude von Golfern und Gästen hat das Golfpark-Restaurant seit Freitag, 15. Mai, wieder geöffnet. Eine telefonische Voranmeldung ist unter 06245/34 40 ratsam. Abstandsreglungen müssen eingehalten werden.

„Es läuft gut an“, findet Dirk Weiland. Aber dass in jedem Bundesland die Coronaregeln unterschiedlich gehandhabt werden, hat bei ihm und seinem Personal den Stresspegel vorübergehend etwas erhöht.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional