Biblis

Vortrag Kommunikationstrainer zu Gast in der Bücherei St. Michael

Bürstädter begeben sich auf die Suche nach dem Glück

Biblis.„Du brauchst nichts und niemanden, um langfristig glücklich zu sein!“: Das war die Kernaussage zum Einstieg in den Vortrag von Benedikt Held zu „Die fünf Säulen des Glücks“. Er endete mit den Ausnahmen: „Außer Essen und dich selbst!“ Die Besucher schmunzelten und das Wort Schokolade als Glücklichmacher fiel mehrfach im Saal. Der Vortrag gehörte mit zum Jubiläumsprogramm der katholischen öffentlichen Bücherei St. Michael.

Der 20-jährige Kommunikationstrainer und Psychologiestudent aus Bürstadt, zugleich Gründer eines deutschsprachigen Portals auf Youtube für Rhetorik und Kommunikation, der „Redefabrik“, berichtete mit vielen Beispielen, Zitaten von Fachleuten und praktischen Übungen, was Menschen zum Glück fehlt.

Gehört hierzu Karriere, mehr Geld, das Erreichen eines Lebensziels, der Beginn der Rente? „Studien zeigen, dass Astronauten, die im All waren und etwas Einmaliges geschafft haben, nicht super glücklich sind, sondern Suizidgedanken haben“, so Held. Wie kommt das? „Mein Haus, mein Auto, meine Yacht“, das seien keine dauerhaften Bausteine, um sich glücklich zu fühlen. Wer die Wahl hat, was glücklicher macht, ein Sechser im Lotto oder querschnittsgelähmt zu sein, wählt den Lottogewinn. „Denken Sie, der macht dauerhaft glücklicher?“, fragte Held. Die gut 70 Zuhörer verneinten.

Die Anwesenden sollten zudem mit verschlossenen Augen überlegen, welche Bedingungen sie an ihr Glück stellen. Später gab es noch eine Übung, bei der jeder seinem Nachbarn etwas Nettes sagte und dann zu sich selbst. Held erläuterte, es gehe darum, den Sinn in Dingen zu sehen. Das Glück liege in der Einstellung zu den Dingen, in der eigenen Denkweise. Wer positiv denke, gebe seinem Gehirn andere Impulse zur Hand und könne so den Fokus lenken.

Nun folgten die fünf Säulen des Glücks. „Zielgerichtet leben“ war die erste. Der Weg sei tatsächlich das Ziel. Als Beispielübung nannte Held das Verfassen einer eigenen Trauerrede. Wie will man selbst in Erinnerung bleiben? Wichtig sei zudem, das Glücklichsein nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt zu verschieben, sondern jetzt glücklich zu sein. Selbstlosigkeit ist für ihn die zweite Säule, also das Handeln, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Dankbarkeit benannte er als dritten Pfeiler. Dabei gehe es darum, nicht dauernd zu schauen, was der andere hat, sondern auch den Blickwinkel zu wechseln, was dem anderen fehlt und welche Last er zu tragen hat. Er empfahl, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen. So verschiebe sich im Gehirn die Wahrnehmung, und die positive Einstellung beeinflusse das Leben.

Als vierten Punkt erwähnte er die Akzeptanz. Jeder solle sich selbst vollkommen akzeptieren – auch die schlechten Seiten und Erfahrungen. Und der fünfte Punkt sei die Erlaubnis – sich selbst zu erlauben, in diesem Moment glücklich zu sein. All die davor genannten Punkte seien Dinge, die sich der Mensch oftmals nicht erlauben würde. Glück sei eine Entscheidung. „Es braucht nichts und niemanden zum Glücklichsein – außer Essen und dich selbst“, war seine Schlussfolgerung. str

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