Biblis

Obst- und Gartenbau Vorsitzende zieht sich nach 32 Jahren an der Spitze zurück – zur Ehrenvorsitzenden ernannt / Hans Neun führt die Geschicke des Bibliser Vereins

Christa Focke gibt Verantwortung ab

Archivartikel

Biblis.Ein großes Adieu gab es bei der Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Biblis. Wie schon 2018 angekündigt, verabschiedeten sich gleich mehrere langjährige Vorstandsmitglieder aus ihren Ämtern. Nach 32 Jahren an der Spitze zog sich auch die Vorsitzende Christa Focke zurück. Der Obst- und Gartenbauverein sieht in der Verjüngung des Vorstands die besten Möglichkeiten für eine weiterhin positive Zukunftsentwicklung. Hans Neun und Thomas Brecht leiten nun den Verein als Vorsitzender und Stellvertreter. Christa Focke wurde zur Ehrenvorsitzenden ernannt.

In ihrem Rückblick berichtete Christa Focke über die Aktivitäten des Vereins. Gut angekommen sei der erstmals durchgeführte Neujahrsempfang als Dank an alle Helfer. Wie immer kamen viele Interessierte beim Sommer- und Winterschnittkurs vorbei. Die Mitglieder waren auf einem Ausflug unterwegs.

Zum zweiten Mal wurde das Gartenfest veranstaltet. „Ich wünsche mir, dass dieses zu einem festen Bestandteil unseres Jahresprogrammes wird“, so Focke. Der Arbeitsaufwand sei zwar groß, er lohne sich aber auch aus Sicht der Vorsitzenden: Die guten Besucherzahlen, die öffentliche Präsentation und die Grundreinigung des Vereinsheims und Außenanlage seien positive Begleiterscheinungen.

Die Pflegearbeiten an Bäumen, Sträuchern und des Rasens beschäftigen die Mitglieder allerdings das ganze Jahr über. Hier lobte die Vorsitzende das Engagement der jüngeren Mitglieder, welche viel Zeit und Arbeit in die Anlage stecken würden. „Die freigewordenen Obstbaumreihen konnten zudem schnell wieder vergeben werden“, freute sich Focke. Das Interesse sei groß. Es gebe bereits eine Warteliste für freiwerdende Obstbaumreihen. Sie appellierte zudem an die Pächter, dass diese ihr Obst bitte ernten und nicht verkommen lassen und ihre Obstbaumreihen sorgfältig bearbeiten.

Focke erläuterte der Versammlung, dass als wichtige Aufgabe in diesem Jahr die Reparatur des Daches des Vereinsheims anstehe. Förderanträge wurden gestellt, die Arbeiten auch schon in Eigenleistung durchgeführt. Die Kosten beliefen sich auf rund 3200 Euro.

Das Fazit von Baumwart Rolf Wolter fiel trotz des heißen Sommers 2018 positiv aus. Es gab eine reiche Ernte, die Äpfel seien aber etwas kleiner geraten. Er erklärte, wie wichtig das richtige Ausdünnen der Bäume und eine gute Bodenbearbeitung seien. Wenn das Unkraut entfernt werde, erhalte der Baum mehr Nährstoffe. Mit Schädlingen habe man 2018 wenig Ärger gehabt. Nur die eingewanderte Kirschessigfliege mache große Probleme.

Die Neuwahlen und Veränderungen der personellen Struktur waren ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt. Bereits im vergangenen Jahr hatten langjährige Vorstandsmitglieder angekündigt, dass sie sich nicht mehr zur Wiederwahl stellen würden. Stattdessen sollen neue Impulse durch Jüngere gesetzt werden. Im Vorfeld konnten die Vorstandsposten entsprechend verteilt werden, so dass die Wahlen bei der Versammlung sehr harmonisch abliefen.

Aus dem Vorstand verabschiedete sich Karl Diehl. Er gehörte 18 Jahre lang dem Vorstand an, unter anderem als stellvertretender Vorsitzender. Elfriede Hertling hatte 30 Jahre das Amt der Schriftführerin inne. Franz Focke arbeitete 55 Jahre als Ausstellungsleiter und Gerätewart. Rolf Wolter war seit 28 Jahren als Baumwart für den Verein tätig.

Christa Focke, die 40 Jahre Vorstandsarbeit geleistet hatte, davon 32 Jahre als Vorsitzende, verabschiedete sich mit einer kleinen Ansprache. Sie gehört dem Verein seit 70 Jahren an. Eingetreten ist sie 1949, als ihr Vater dort als Schriftführer tätig wurde. „Ein Lebenswerk“ ist der Verein für sie, wie Focke betonte. Sie erinnerte an Hans Hahn, der lange den Verein führte und daran, dass viele Angehörige aus den Familien der ersten Stunde noch dabei seien. So Rechnerin Edith Marsch, die Tochter von Helene Dörr oder Fockes eigene Tochter Anja Kranz sowie die Enkel Marcel und Patrick. Sie dankte allen Weggefährten und treuen Helfern, ohne die vieles nicht möglich gewesen wäre und sieht mit der Verjüngung des Vorstandes die positive Weiterführung des Vereins gesichert.

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