Biblis

Rückblick Erinnerung an den legendären Willi Rettig / In Hessenauswahl vertreten / Gründung des JFV BiNoWa als richtiger Schritt in die Zukunft

Der FVB ist stolz auf seine Jugendarbeit

Biblis.Die Jugendfußballabteilung – sie war schon immer der ganze Stolz des FV Biblis. Bereits in den 1920er Jahren verfügte der Verein nicht nur über eine Reservemannschaft, sondern auch sehr bald über eine Jugendmannschaft und untermauerte damit die Bedeutung des neuen Vereins in Biblis.

Auch viele Spieler, die später der ersten Mannschaft des FV Biblis angehörten, wurden in der FVB-Fußballjugend ausgebildet. Einer der legendären Jugendleiter des Vereins war sicherlich Willi Rettig, der in den 1950er und frühen 1960er Jahren der Fußballjugend des FV Biblis vorstand. Rettig war ein Mann der offenen Kommunikation. Sein Wohnhaus in der Darmstädter Straße 117 war für einige Jugendspieler wie ein zweites Zuhause.

Legendär ist auch ein gemeinsames Mahl, bei dem sich die Bibliser Nachwuchshoffnungen Anfang der 1960er Jahre im Hause Rettig versammelten. Und das kam so: „Plötzlich erlegte der Fahrer unseres Vereinsbusses einen Fasan. Das tote Tier wurde daraufhin von der gesamten Mannschaft gesucht und schließlich auch gefunden. Nun war meine Mutter am Zug, die mit einem sehr leckeren Fasanenessen die ganze Mannschaft verköstigte“, erinnert sich Franz Rettig auch heute noch gerne an diese merkwürdige Begebenheit zurück.

Mit dem neuen Pfaffenau-Stadion im Jahre 1972 erhielt die ohnehin schon gute Jugendarbeit einen weiteren Schub. Der FV Biblis spielte in den Kreisklassen vorne mit und schaffte in nicht wenigen Fällen den Sprung in den Darmstädter Fußballbezirk.

Der große Wurf gelang dabei sicherlich im Mai 1978, als die von Kurt Wattendorf trainierte A-Jugend nach dem 4:2-Heimsieg über den FCA Darmstadt in die hessische Landesleistungsklasse aufstieg und sich fortan mit dem Nachwuchs von Eintracht Frankfurt (Bibliser 2:1-Heimsieg in der Saison 1981/82), Darmstadt 98 und Kickers Offenbach maß. Ein Jahr später zog die B-Jugend nach und stieg ebenfalls in diese prestigeträchtige Klasse auf. Nicht zu vergessen der Hessenpokalsieg der A-Jugend im Jahr 1981.

Längst war auch zum Hessischen Fußballverband die hohe Qualität der Bibliser Fußballjugend vorgedrungen. Und wenn Jugendverbandstrainer Karoly Nemeth im mittelhessischen Grünberg gerade mal wieder seine Hessenauswahl zusammenstellte, griff er immer wieder auf Spieler aus dem Talentschuppen der Blau-Weißen zurück.

Neue Wege beschritten

Doch inzwischen haben sich die Zeiten etwas geändert. Bereits im Laufe des vergangenen Jahrzehnts traten beim FV Biblis erste Schwierigkeiten auf, nicht mehr, so wie gewohnt, Jugendteams in allen Altersklassen besetzen zu können.

Damit war der Verein nicht allein, denn auch bei anderen Fußballvereinen war inzwischen offenkundig, wie schwer es ist, bei geändertem Freizeitverhalten und geburtenschwächeren Jahrgängen eine Mannschaft im Spielbetrieb anzumelden und sie zu halten. Neue Wege mussten bestritten werden. Ein erster Schritt war die Jugendspielgemeinschaft Biblis/Nordheim/Wattenheim, die erstmals in der Saison 2010/11 an den Start ging. Hier schloss sich der FV Biblis mit der SG Nordheim/Wattenheim zusammen. 2014 aber wollten es die Protagonisten im Jugendfußball nicht bei einer temporären Zusammenarbeit belassen und gründeten den JFV BiNoWa. Dieser bietet nicht nur dem FV Biblis und der SG NoWa eine geeignete Plattform im Bereich Jugendfußball, sondern auch dem FC Alemannia Groß-Rohrheim. Auch der FV Hofheim kooperiert inzwischen mit dem aufstrebenden Verein. In der laufenden Saison tragen fast 200 Kinder und Jugendliche die Farben des JFV BiNoWa, der auch über ein Mädchenteam verfügt.

„Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir als BiNoWa verstehen uns untereinander prächtig. Da spielt es auch keine Rolle, welchem Verein die einzelnen Jugendfußballer letztlich angehören“, freut sich Michael Seibert, der Vorsitzende des Bereichs Geschäftsführung. hias

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional