Biblis

Tradition I Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz attestiert den Biblisern das gesündeste Heimatfest der Region

„Die Gurke ist gut fürs Herz“

Archivartikel

Biblis.Das „Biwwelser Gummernfescht“ zeigte sich von seiner besten Seite: Top-Wetter, Livemusik und reichlich Feierlaune sorgten dafür, dass die Festmeile vor allem abends gut besucht war. „Wir haben ein heißes Fest vor uns“, meinte Bruno Neumann, Vorsitzender des ausrichtenden Wirtschafts- und Verkehrsvereins, zu den Temperaturen und dem Festprogramm. Diana Stolz, Erste Kreisbeigeordnete, attestierte Biblis mit Blick auf die Gurken das wohl gesündeste Heimatfest in der Region. Die Gurke sei ein „Superfood und Biblis hat ein Superfest“, fasste Bürgermeister Felix Kusicka das zusammen.

Diana Stolz war in Vertretung von Landrat Christian Engelhardt in Biblis unterwegs und brachte gleich ein paar Tipps zur Gurke mit, da sie für den Bereich Gesundheitsschutz zuständig sei. „Die Gurke ist gut fürs Herz, hält fit und schlank, macht einen frischen Atem und ist gut für die Verdauung“, zählte sie auf. Ganz wichtig sei zudem, dass das Gurkenfest die Menschen zusammenbringe, dass gefeiert und Gemeinschaft gelebt werde – auch dies sei gesundheitsfördernd. Und auf diese Art von Gesundheit wurde am Wochenende sehr geachtet.

Drei Schläge mit dem Hammer

Wegen der hohen Temperaturen war es am Nachmittag ruhiger, die meisten Besucher nutzten die kühleren Abendstunden für einen Besuch. Wie zum Fassbieranstich: Bürgermeister Kusicka brauchte nur drei Schläge, bis das Freibier floss. Ein Höhepunkt war freilich die Krönung der 66. Bibliser Gurkenkönigin Paula I. – zudem lockte reichlich Livemusik aufs Fest. „An allen Festtagen spielten auf zwei Bühnen wieder Bands“, sagte Bruno Neumann zufrieden. Da die Bühnen ein wenig auseinanderstanden, flanierten viele Besucher von einer Band zur anderen über die Festmeile und blieben immer irgendwo noch „hängen“ – bei Freunden und Bekannten oder bei den kulinarischen Angeboten von Gastronomen und Vereinen.

Vor allem die Vereine halten das Gurkenfest in Ehren, die meisten beteiligen sich schon seit Jahrzehnten. Wie die Katholische Kirchenmusik Biblis, die ofenfrische Brezeln anbot. „Ich stehe schon seit Anfang der 1990er Jahre jedes Jahr in unserem Stand – und die Brezeln werden immer gut angenommen“, erzählte Adolf Ritzer von der KKM. Besucherin Anja Weckmann ergänzte: „Die gehören einfach zum Gurkenfest.“

Fußballer greifen ins Fass

Und noch etwas gehört dazu: die „Gummer“ selbst. 27 Jahre lang bot der Verein für Briefmarken und Münzkunde Biblis Salzgurken an. Im vergangenen Jahr konnte sich der Verein mangels Helfern nicht engagieren, und viele vermissten die Gurken. „Wir auch, daher habe ich gleich bei der Gurkeneinlegerei Hundeck nachgefragt, ob wir das gemeinsam machen können. Somit gibt es ab jetzt Gurken aus dem Fass bei uns am Stand des Fußballvereins Biblis“, verkündete Christopher Reis freudig. Sein Verein will dieses Angebot dauerhaft etablieren.

Ein echter Anziehungspunkt war erneut der Loungebereich der Turngemeinde Biblis, wo sich Massen an Besuchern zu Longdrinks und Musik tummelten. Eine andere Veränderung gab es ebenfalls: Es musste eine Stunde früher geschlossen werden, so dass die Livemusik nur noch bis Mitternacht zu hören war. So sollte es für die Anwohner angenehmer sein, doch die Besucher zeigten sich größtenteils überrascht. Und Kerwevadder Norbert Linn verkündete bereits: „Das kommt in meine Kerwerede!“

Info: Fotostrecke unter suedhessen-morgen.de

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