Biblis

TG Biblis Bernd Klink löst Jürgen Schmidt an der Spitze des Elferrats ab / Voodoo-Zauber trifft Bürgermeister und Gurkenkönigin

Ein Nordheimer führt durch die Sitzung

Biblis.In diesem Jahr verliehen die Karnevalisten der Turngemeinde Biblis bei ihren beiden Fastnachtssitzungen keinen Zündstofforden. Dafür sorgten sie selbst für ein Politikum: der neue Sitzungspräsident Bernd Klink stammt nicht aus Biblis, sondern aus Nordheim. Ein Makel, mit dem der Sitzungspräsident den ganzen Abend aufgezogen wurde.

„Generatione würden, wenn s’es kapiere, in de Gräber rumrotiere. Der alte Garde der TG deet dess in de Seele weh“, griff Büttenredner Norbert Linn das Thema auf. „Wie schon erwähnt, es iss en Graus, ich plane schon, ich wanner aus“, gab er zum Besten und ließ noch weitere örtliche Anekdoten folgen.

Zuvor setzte sich Bernd Klink beim Präsidenten-Casting auf der Bühne gegen mehrere Bewerber durch. Er schaffte es, auf Ex einen Schoppe Wein auszutrinken, ohne „glei a Rappelsche“ mache zu müssen. Dies gehöre mit zu den Anforderungen eines Präsidenten, neben dem Reißen von flachen Witzen, dem Umhängen von Orden und dem Helau-Rufen. Was bei einem Nordemer nicht so einfach sei. Der rufe nämlich lieber „Kuckuck, Kuckuck, Kuckuck“ als drei Mal Helau. Eine Anspielung darauf, dass die Nordemer als Kuckucks tituliert werden. „Ich wohne seit 30 Jahren in Biblis, sitze seit über zehn Jahren im Elferrat bei der TG und habe mit meinen Töchtern zwei Bibliser Gurkenköniginnnen gestellt – und jetzt interessiert es plötzlich alle, dass ich aus Norde stamme“, mokierte sich der neue Sitzungspräsident, der den langjährigen Präsidenten Jürgen Schmidt ablöste. Schmidt wollte endlich mal wieder als Zuschauer eine Sitzung besuchen.

„Es gab ja einen aussichtsreichen Kandidaten für den Zündstofforden“, verrieten „Magret und Lisbett“ alias Christiane Müller und Martina Hüter. Hans Peter Fischer mit seinem rechtpopolistischen gelben Blättsche stand ganz oben. „Doch als der gehert hot, dess des desjährige Motto bei der TG „Africa“ lautet, do hot er schnell widder abgesagt!“, ulkten die beiden.

Die beiden hatten einen Voodoo-Workshop besucht. Und das bekamen dann einige zu spüren. „Schade, dass der Manfred Gölz nicht mehr auf dem Rathaus arbeitet, da gab es immer was zu berichten, der bot noch Zündstoff“, jammerten die Frauen. Sein Nachfolger Alexander Dinges, der sei einfach zu brav. „Dem müsse mer mol Feier unnerm Hinnern mache!“, sagte die eine. Prompt wurde eine Strohpuppe mit dem Konterfei des Rathaus-Mitarbeiters hochgehalten und der Hintern der Puppe mit einem Feuerzeug angewärmt. Ähnliche Schicksale erlebten auch Bürgermeister Felix Kusick und die Bibliser Gurkenkönigin. Der eine sei zu oft in der Zeitung, während die andere sich rar mache.

Von verschiedenen Gruppen auf der Bühne wurde das Thema „spärlich geschmückter Tannenbaum vor dem Rathaus“ angesprochen. Wie immer hatten Matthias Vormehr und Oliver Wetzel solche und weitere Begebenheiten aus dem Ort in bekannte Melodien verpackt, die den Saal zum Toben brachten. Mal besangen sie die neue Katzenschutzverordnung in Biblis, mal die von der Bürgerstiftung initiierten Liegen auf der Grünanlage gegenüber dem Friedhof. In Ramstein-Manier besangen sie den durch den Ort schleichenden Knöllchengeber aus dem Rathaus. Weiterhin fanden sie, dass die Integration in Biblis gut laufen würde: ein Bäschstädter wurde Bürgermeister und ein Nordemer gar Sitzungspräsident.

Lustig ging es beim TGB-Fernsehgarten zu. Zuerst tauchte Angie Merkel auf und sang „You’r my heart, you’r my soul“, Modern Talking leisteten ihr dann Gesellschaft. Tim Mälzer wollte Bio kochen, hatte aber keine Zutaten vorrätig, so dass es ein deftiges Fast-Food-Gericht wurde. Mit spektakulären Biwwelser Zaubertricks ging es weiter.

Neben Büttenrednern und längeren Sketchen wurde mit der TG-Garde, der Hip-Hop Formation „4thWave“ sowie dem Männerballett auch optisch einiges geboten.

Sehenswert war zudem das große afrikanische Finale, bei dem „Der König der Löwen“ auf der Bühne phantasiereich zum Leben erweckt wurde. Kirstin Kreider sang als „Rafiki“ den Titelsong „Circle of life“ und immer mehr Tiere kamen auf die Bühne und zollten dem neugeborenen Löwen ihren Tribut. Am Ende versammelten sich dann alle Aktiven dort und sagten mit drei kräftigen Helau auf Wiedersehen.

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