Biblis

Endlager bleibt Kardinalfrage

Archivartikel

Martin Schulte zur Lage am Standort Biblis

Die letzten Brennelemente haben Block B verlassen, beide Bibliser Reaktoren sind jetzt brennstofffrei. Betreiber RWE wie seine oberste Aufsichtsbehörde, das hessische Umweltministerium, feiern das wie einen großartigen Durchbruch. Das mag aus der Sicht des jeweils Einzelnen ja nachvollziehbar sein – nach dem Motto: Klappern gehört zum Handwerk. Etwas abgekühlter betrachtet ist es allerdings auch nur das: Handwerk. Beide Beteiligte haben das getan, was sie nach gründlichen Erörterungen und Absprachen gemeinsam verabredet haben – nämlich das Bibliser Atomkraftwerk von innen heraus abzubauen. Jetzt sind die Brennstäbe draußen. Drinnen befinden sich noch 63 000 Tonnen strahlende Anlagenteile. Deren Beseitigung wird 15 Jahre dauern. Die Brennstofffreiheit der Blöcke ist insofern ein logischer und notwendiger Schritt. Einer von vielen, die noch kommen werden.

Nein, das ist kein durchschlagender Durchbruch. Das Ergebnis von Montag als solchen feiern zu wollen, verstellt den Blick auf die Kardinalfrage – die nach dem sicheren Endlager für die Castoren mit ihren hoch radioaktiven Inhalten aus deutschen Atomkraftwerken. Das ist zugegebenermaßen sehr salopp formuliert, trifft aber den Kern: In Biblis haben die Castoren gerade einmal die Gebäude gewechselt. Wann sie verschwinden, bleibt offen. Der Bund ist am Zug.

 
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