Biblis

Gemeindewald In Biblis sind Zuschüsse von 15 000 Euro nötig

Forstamt darf Holzverkauf nicht mehr übernehmen

Biblis.Forstamtleiter Ralf Schepp legte den Bibliser Ausschüssen den Waldwirtschaftsplan für 2019 vor. An Ausgaben für neue Pflanzen sind es rund 2000 Euro. Für den Holzeinschlag wird der Forst für den Gemeindewald rund 13 000 Euro ausgegeben. Das macht inzwischen eine Fremdfirma.

Für verschiedene Leistungen sowie die Verkehrssicherung werden rund 14 000 Euro veranschlagt. Die Beförsterungskosten für die Pflege des Waldes belaufen sich auf 8700 Euro. Dem gegenüber stehen Einnahmen von rund 18 000 Euro für den Holzverkauf und 6300 Euro an Fördermitteln für neue Bäume, wobei Erle und Esche mit rund 80 Prozent und Schwarznuss mit 20 Prozent gefördert werden.

„Es ist schwierig, weil in Biblis hauptsächlich Pappeln stehen. Früher waren die begehrt, weil sie zu Zündhölzern verarbeitet wurden. Heutzutage werden daraus lediglich Verpackungen gemacht. In Italien werden teilweise noch Möbel daraus hergestellt“, erläuterte Schepp. Rund 200 Festmeter sind für den Verkauf vorgesehen, wobei es für eine Hälfte einen Abnehmer im Odenwald gibt. Ein Festmeter Pappelholz bringt derzeit 25 Euro. Im Vergleich dazu ist ein Festmeter Buchenholz 80 Euro wert, und für Eichenholz gibt es sogar 200 Euro.

Munition auf 250 Hektar

„Wenn wir das Holz nicht schlagen würden, wären die Kosten sogar noch höher“, gab Schepp zu bedenken. Die Bestände werden nach und nach ausgetauscht, wobei besonders Erle und Schwarznuss gesetzt werden. Die Erle sei für die nassen Böden geradezu ideal. Der Forst hat nur den Holzeinschlag geplant, der realistisch zu verkaufen ist, obwohl weitaus mehr nötig wäre. Der Pappelbestand sei angegriffen und zum Teil die Kronen ausgebrochen, erläuterte Schepp.

Lediglich 113 Hektar des Gemeindewalds können Schepp zufolge „beförstert“ werden, der große Rest der insgesamt rund 250 Hektar sei munitionsbelastet. Am Gipfelhorst ist der alte Pappelbestand bereits weitgehend ausgetauscht. Aber in der Pfaffenau stehen noch viele.

Künftig darf Hessen Forst den Verkauf des Holzes nicht mehr übernehmen. Das Forstamt Lampertheim schlägt vor, dass sich alle Kommunen im Forstamtsbereich zusammenschließen, um ihr Holz künftig zu vermarkten. „Dann wären es wenigstens 35 000 Festmeter, die da zusammenkommen“, so Schepp. Dazu sind die betroffenen Bürgermeister bereits im Gespräch, wie Bürgermeister Felix Kusicka mitteilte.

Hans-Peter Fischer, Fraktionsvorsitzender der Freien Liste Biblis, war allerdings unzufrieden mit dem Plan. „In den letzten 25 Jahren hab’ ich noch nicht erlebt, dass wir etwas aus dem Gemeindewald rausgeholt haben.“

Der Bau- und Umweltausschuss gab dem Zuschuss in Höhe von knapp über 15 000 Euro für 2019 seine Zustimmung, obwohl damit die Zielmarke von 10 000 Euro weit überschritten wird. Es gab eine Enthaltung. Den Haupt- und Finanzausschuss passierte der Waldwirtschaftsplan anschließend einstimmig. cid

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