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Halloween Scheune von Familie Schmitt in Nordheim lockt Gruselfreunde aus dem Umland an

Geister treiben in Heilanstalt ihr Unwesen

Archivartikel

Nordheim.„Wir möchten, dass sich unsere Besucher erschrecken, aber sie sollen keine Angst bekommen“, betonte Kay-Marion Schmitt, die seit Jahren ihre Halloween-Leidenschaft in Nordheim mit großen und kleinen Schauergestalten teilt. Diesmal verwandelten sich ihre Scheune und der Hof in eine Heilanstalt mit schwer therapierbaren Insassen. Die Besucher standen Schlange, um das Halloween-Spektakel mitzuerleben, und ließen sich freiwillig einweisen.

Kleine Gespenster, schrille Typen, entstellte Gestalten und Axtschwinger pilgerten auch in diesem Jahr direkt zur Familie Schmitt, deren „Horroranwesen“ die Attraktion im Ort und in der Umgebung war. Auch aus dem Umland kamen die Besucher. Mit viel Liebe zum Detail, Herzblut und witzigen Einfällen hatten die Familienmitglieder und Freunde der „Gruseltruppe“ hier ein skurriles Halloweenambiente aufgebaut. In kleinen Gruppen wurden die Besucher nach und nach durch den schaurig-schönen Parcours geschickt.

Direkt am Eingang standen schon die ersten der 20 Akteure bereit, hier noch ganz hilfsbereit, aber optisch schauerlich. Sie gehörten zum „Irrenhauspersonal“ und sorgten für „Erste Hilfe“. Hier wurde den Neuankömmlingen mal ein Arm bandagiert, andere kamen in den Rollstuhl oder mussten sich per Gehhilfe weiterbewegen. Ganz schwere Fälle wurden gleich in die Zwangsjacke gesteckt. „Alle Besucher werden gefragt, ob sie das möchten. Wir zwingen niemanden dazu, alle sollen sich wohlfühlen und Spaß haben“, so Kay-Marion Schmitt.

Schokolinsen als Medizin

Das gruselige Empfangskomitee schickte die Neupatienten weiter zum Onkel Doktor, der schon hinter seinem Schreibtisch thronte, um ihn herum Röntgenbilder und alles, was zum medizinischen Alltag dazu gehört. Die Patienten wurden nach ihrem Vornamen gefragt, der auf den Einweisungsschein notiert wurde. „Was haben Sie?“, fragte der Arzt eine Patientin. Sie habe nur Rücken, erwiderte sie und sei daher am Eingang schon in den Rollstuhl gesetzt worden.

„Gut, dann hilft Ihnen unsere Therapie auf der Streckbank“, war die Antwort des Halloween-Doktors. Ein paar Pillen gab er ihr auch noch mit. „Mhmm, lecker“, war hier zu hören, denn die bunten Tabletten waren Schokoladenlinsen.

Dann lernten die Besucher ihre gruseligen Mitpatienten kennen. „Annabelle“, die bekannte Stoffpuppe, die von einem Dämon besessen ist, reichte allen die Hand und hieß sie willkommen. Im Autopsieraum fanden sich die ein, für die es keine Heilung mehr gab. Einen Gang weiter war eine Leinwand aufgebaut, auf der verrückt gewordene Insassen zu sehen waren. Dabei übersah man schnell die anderen Schreckgestalten, die dann plötzlich „Buh“ riefen.

Während sich die Besucher wieder beruhigten, stand schon Freddy Krueger vor ihnen und streckte seine Finger nach ihnen aus. Und die Jigsaw radelte auf dem Dreirad vorbei. „In unserer Heilanstalt ist Freddy Krueger aus ,Nightmare’ ebenso Patient wie Jason Voorhees aus ,Freitag, der 13.’, Michael Myers aus ,Halloween’ oder Hannibal Lecter aus ,Das Schweigen der Lämmer’“, zählte Schmitt einige Filmhelden auf.

Hannibal Lecter war wie im Film auf der aufrechten Liege mit Maske fixiert, damit er seinen kannibalischen Gelüsten nicht nachkommen konnte. Trotz der vielen Horrorgestalten zeigten sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene nicht ängstlich. Die Erschrecker gingen behutsam vor und auf das jeweilige Alter der Besucher ein. 

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