Biblis

Vogel- und Naturschützer Rückblick auf zahlreiche Aktivitäten

Gelände entwickelt sich zum Biotop

Archivartikel

Biblis.Ein großes Dankeschön richtete Markus Wolter, Vorsitzender der Vogel- und Naturschützer, bei der Hauptversammlung an Willi Heuser, der den Vorstand nach 42 Jahren verlässt. Er habe „entscheidend an der Entwicklung des Vereins mitgewirkt“ lobte Wolter. Heuser war seit 1977 stellvertretender Vorsitzender, Revisor und Beisitzer. Erfreut blickte Wolter auch auf die Entwicklung der Jugendgruppe „Naturstrolche“, die es seit sechs Jahren gibt. Knapp 15 Kinder zwischen fünf und 16 Jahren gehören dieser an.

Das Angebot für den Nachwuchs sei vielfältig: Zeltlager, Nistkästen prüfen, Amphibienwanderung in Langwaden, Butter und Fettfutter herstellen. Zudem füllten die Naturstrolche das Insektenhotel am Gemeindesee. Das Team um Joachim Schmitzer, Michael Eichenauer und Markus Wolter verstärken nun Annett Scheibe Bauer und Silke Mildner. Zudem sind sie mit der Jugendgruppe des Nabu Lampertheim im Lampertheimer Wald unterwegs.

Die Vogel- und Naturschützer stehen zudem mit den Bibliser Kindergärten in Kontakt. „Zur Laichzeit haben wir den Vorschulkindern verschiedene Amphibienarten nähergebracht“, so Wolter. Die Kindertagesstätte Sonnenschein kam auf das Vereinsgelände, wo die Kinder etwas über das Leben im und am Wasser lernten. Bei der Projektwoche der Schule in den Weschnitzauen baute der Verein den Dritt- und Viertklässlern kleine Insektenhotels.

Wolter berichtete zudem vom Engagement in Langwaden. „Der Krötenzaun wird zunächst weiter unterhalten, da nach wie vor Amphibienarten wie die vom Aussterben bedrohte Knoblauchkröte, gesammelt werden. Schulklassen und Kindergartengruppen haben Interesse daran“, erklärte Wolter. Im Rahmen des Wanderfalkenschutzes konnten am Kraftwerk 2018 wieder zwei Jungtiere beim Ausfliegen beobachtet werden. Weniger gut entwickle sich die Graureiherkolonie in der Pfaffenaue: Es wurden nur vier besetzte Horste gezählt werden, 2016 waren es 13. Problematisch könnten hier die Störche werden, deren Population sich permanent vergrößere. Laut Wolter konkurrieren inzwischen einige Vogelarten um das begrenzte Nahrungsangebot.

Kritisch sehen die Naturschützer den starken Rückschnitt der Hecken in der Gemarkung, dadurch fehlen den Vögeln Möglichkeiten zum Verstecken. Wolter will bei der Gemeinde nachfragen, ob harte Rückschnitte wirklich notwendig sind. Erfreulich sei dagegen die Entwicklung des neuen Geländes: Auf 8000 Quadratmetern gebe es fünf Amphibienteiche, verschiedene Steinhaufen und diverse Hecken. Der trockene Sommer 2018 habe jedoch die Tümpel ausgetrocknet, was viele Libellenlarven nicht überlebt hätten. „Nach wie vor gehe ich davon aus, dass wir in wenigen Jahren ein ökologisch wertvolles Biotop geschaffen haben, das jetzt schon gut angenommen wurde“, freute sich Wolter. Der Verein will ein weiteres Grundstück anschaffen, um auch dort nachhaltigen Naturschutz zu betreiben. str

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