Biblis

Energieversorgung Betreiber Amprion informiert über die Ultranet-Verbindung / Sechs Besucher im Bürgerzentrum

Gleichstrom – Biblis ganz entspannt

Biblis.Hochspannung löst die Absicht des Betreibers Amprion, künftig neben Wechsel- auch Gleichstrom über seine Stromtrasse zu schicken, in Biblis offenkundig nicht aus, eher das Gegenteil. Zur Informationsveranstaltung gestern Nachmittag waren sechs Interessierte ins Bürgerzentrum gekommen. Die für Fragen aus der Bevölkerung bereitstehenden Amprion-Mitarbeiter waren deutlich in der Überzahl.

Wobei sich in den Gesprächen einfache Erklärungen dafür ergaben: Erstens verläuft die Trasse auf Bibliser Gemarkung weit von der Wohnbebauung entfernt über die Felder. In Lampertheim etwa verhält sich das schon ganz anders (siehe auch Seite 9). Und zweitens sind die Bibliser im Umgang mit dem Thema Energie bekanntermaßen ganz andere Dimensionen gewöhnt.

„Nein, ich befürchte gar nichts. Im Gegenteil, ich interessiere mich für die Technik“, sagte etwa Josef Pfeiffer. Der 69-Jährige hat durch seinen ehemaligen Beruf Ahnung von der Materie, wie er betont. „Der Gleichstrom ist völlig ungefährlich. Es wird Zeit, dass er genutzt wird, denn Gleichstromleitungen sind wesentlich leistungsfähiger als die für Wechselstrom“, sagte er unter dem zustimmenden Lächeln der Amprion-Mitarbeiter. Ihn ärgerten ganz andere Dinge, fügte Pfeiffer an: „Die vielen Lastwagen, die trotz Verbot durch den Ort fahren und der Bahnlärm.“

Wie diese Zeitung bereits mehrfach berichtete, soll die Gleichstrom-Verbindung Ultranet Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg verbinden. Auf Teilen der bisher ausschließlich für Wechselstrom genutzten Trasse werden dafür komplette Ersatzneubauten erforderlich. Auf Bibliser Gemarkung werde zum weit überwiegenden Teil die bestehende 380-Kilovolt-Trasse genutzt. Einer der Stränge werde von Wechsel- auf Gleichstrom umfunktioniert, lediglich die Isolatoren seien auszutauschen, erklärten die Fachleute von Amprion. Von den 22 Masten zwischen Biblis und Bürstadt würden fünf abgebaut und durch vier neue ersetzt werden.

Zu der Informationsveranstaltung gestern Abend in Bürstadt kamen drei Besucher.

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