Biblis

Städtebau Bibliser Bürger nehmen an Ideenwerkstatt zur Umgestaltung der Gemeinde teil

Großes Interesse am Gemeindesee

Biblis.„Lassen Sie ihre Ideen hier! Gemeinsam wollen wir Biblis verändern“, motivierte der Bibliser Bürgermeister Felix Kusicka am „Tag der Städtebauförderung“ die Besucher im Rathaussaal in Biblis. Fünf Stunden lang konnten sich interessierte Bürger über die Aufwertung des Gemeindesees sowie die Entwicklung des Rathausquartiers mit geplantem Gesundheitshaus informieren und dabei eigene Ideen, Kritik und Fragen einbringen.

Im Jahr 2018 wurde als Grundlage für die Entwicklung der Gemeinde Biblis das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) erstellt. Dieses beinhaltet Ziele und Maßnahmen für die künftige städtebauliche Entwicklung der Gemeinde, wie etwa die Aufwertung des Bibliser Ortskerns oder die Profilierung von Biblis als attraktivem Wohnort. Der Stadtumbau wird über das Bund-Länder-Förderprogramm „Stadtumbau“ über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren gefördert.

Nun möchte die Gemeinde mit ersten städtebaulichen Maßnahmen in die Umsetzungsphase starten – und die Bürger dabei mitnehmen. Diese konnten sich daher am „Tag der Städtebauförderung“ einbringen. Ihre Ideen und Meinungen werden dokumentiert und mit dem vorhandenen Konzept abgeglichen.

Konkret standen zwei Projekte im Fokus: die Entwicklung des Rathausquartiers sowie die Aufwertung des Gemeindesees. Für beide Projekte gab es Infotafeln und Plakate, auf denen der Ist-Zustand erklärt und mögliche Nutzungskonzepte erläutert wurden. Als Gesprächspartner standen Mitarbeiter von NH Projektstadt bereit, welche das Stadtumbaumanagement in Biblis begleiten.

Weiterhin gab es einen Stand von deren Partner „Energy Effizienz“. Auch die Bürgerstiftung Biblis sowie das DLRG waren vor Ort. Die Bürgerstiftung fragte ab, wo sich Bürger Parkbänke vorstellen könnten. Das DLRG informierte über den Verein, es gab Kinderschminken und die Mitglieder sammelten Unterschriften für die Aktion „Rettet die Bäder – gegen die Schließung von Schwimmbädern in Deutschland“.

„Es gab viele konstruktive Anregungen und zielorientierte Gespräche“, freute sich Philipp Kühlenkötter am Stand zum Rathausquartier. Emotionaler ging es bei Kollege Nando Stille beim Projekt Gemeindesee zu. Hier hefteten die Bürger die meisten Punkte an die Pinnwand.

Ein strittiges Thema war die Öffnung des Gemeindesees fürs Baden. Viele sprachen die Verbesserung der Infrastruktur allgemein an, wie etwa Christian Schäfer: „Wir könnten hier eine grüne Mitte schaffen, nur wenige Minuten vom Ortskern“, meinte er. Mit Sitzgelegenheiten, Spielplatz, einem besseren Weg um den See, den man gut mit Rollatoren, Kinderwagen oder Roller befahren kann, einer weiterführenden Radstrecke, Toilettenhäuschen und Kiosk. Das wäre dann ein Platz für Familien, für alle Generationen. „Aber es muss auch nach einer Maßnahme weiter gepflegt werden und finanzierbar bleiben“, gab er zu bedenken. Gretel Glaser brachte einen ganz anderen Punkt ein. Sie dachte an Schwimmkurse für Kinder und Seniorengymnastik in einem Schwimmbecken. „Wir haben in Nordheim eine gut funktionierende Biogasanlage. Viel Abwärme wird schon genutzt, aber es gibt noch Potenzial, etwa zur Beheizung eines Schwimmbeckens im Sommer und Winter“, erklärte sie.

Die Bürger waren zu einem Spaziergang über das Rathaus-Areal eingeladen. Dieser fand aufgrund des Dauerregens als einstündiger virtueller Rundgang mit Bürgermeister Kusicka im Saal statt. Er sprach den Wunsch der Bürger nach einem besseren medizinischen Angebot an, welches durch die Entstehung eines Gesundheitshauses im Rathausquartier realisiert werden soll. Ebenso geht es um die Öffnung des Bereichs hinter dem Rathaus durch einen neuen Durchgang.

Bei der Gestaltung spielen Denkmalschutz und städtebauliche Ensemblebestimmungen eine Rolle. „In zehn Jahren könnte hier um das Rathaus herum ein mehrfunktionaler Bereich entstehen: Gastronomie, Gesundheitshaus mit Parkmöglichkeiten, alles eingebettet in einem ansprechenden Aufenthaltsambiente“, stellte Kusicka seine Vision vor. Man wolle den Umbau in Biblis mit den Bürgern gestalten, bei dem auch Nordheim und Wattenheim nicht vergessen werden sollen. str

Das Wichtigste von heute
Newsticker Südhessen Ticker
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional